Abschied von einer Fernsehlegende: Lambert Hamel ist nicht mehr unter uns.

Die deutsche Fernsehlandschaft trauert um einen ihrer markanten Darsteller: Lambert Hamel ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Schauspieler verstarb am Freitag, 13. Februar, nach kurzer, schwerer Krankheit. Seine Familie bestätigte die Nachricht.

Über Jahrzehnte prägte Hamel das deutsche Fernsehen, vor allem in Krimiformaten. Einem breiten Publikum wurde er durch Serien wie „Tatort“ und „Der Alte“ bekannt. Auch in Klassikern wie „Derrick“ und „Der Kommissar“ war er zu sehen. Ein besonderes Highlight seiner Karriere war 2005 seine Darstellung von Helmut Kohl im Dokudrama „Deutschlandspiel“. In den letzten Jahren hatte er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und war nur noch selten im TV präsent.

Seine künstlerische Laufbahn begann nach einem Studium der Theaterwissenschaften und Philosophie sowie einer Ausbildung an der Schauspielschule in Bochum. Schon früh wurde er an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg engagiert – der Auftakt zu einer beeindruckenden Karriere. Über Stationen in Bochum und Köln führte sein Weg schließlich nach München, wo er jahrzehntelang lebte und wirkte. Dort stand er unter anderem an den Münchner Kammerspielen und am Bayerischen Staatsschauspiel auf der Bühne.

Auch im Fernsehen blieb er gefragt. Neben zahlreichen Krimiserien spielte er unter anderem im „Bergdoktor“, in ZDF-Verfilmungen von Dora-Heldt-Romanen und im Schwarzwald-Krimi „Und tot bist du!“ mit. Seine Vielseitigkeit machte ihn zu einem festen Bestandteil der deutschen Film- und Theaterlandschaft.

Vor rund zehn Jahren sprach Hamel in einem Interview offen über das Älterwerden im Schauspielberuf. Rollen würden sich verändern – vom Vater zum Großvater. Für ihn war das selbstverständlich. Jede Lebensphase habe ihre eigenen Figuren. „Ich kann einem jungen Mann nicht den Hamlet wegnehmen, und er mir nicht den Lear“, sagte er damals sinngemäß. Besonders eng fühlte er sich der Bühne verbunden. „Die Bühne heilt“, erklärte er. Lampenfieber und Adrenalin seien für ihn Antrieb gewesen.

Lambert Hamel wollte nie auf einen bestimmten Typ festgelegt werden. Gerade diese Vielseitigkeit machte ihn aus – und bleibt unvergessen.