Monika Baumgartner, 74, blickt in der MDR-Talkshow Riverboat zurück auf eine Casting-Erfahrung, die sie bis heute aufregt und ihr noch immer im Gedächtnis ist. Trotz ihrer jahrzehntelangen Karriere in beliebten Serien wie Der Bergdoktor, Tatort oder Die Rosenheim-Cops erhielt sie im Jahr 2003 eine Einladung zu einem Casting für den Film Jennerwein. Für die Schauspielerin, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine etablierte Größe im deutschen Fernsehen war, kam diese Aufforderung völlig überraschend und unangebracht.
„Leute, ich mache diesen Job seit Jahrzehnten“, erzählt Baumgartner mit Nachdruck. Die Einladung der Produktionsfirma war förmlich formuliert und bat sie, zu einem Casting zu erscheinen, um zu prüfen, ob sie zu Fritz Karl passe. Für Monika Baumgartner war sofort klar, dass diese Form der Bewertung nach so vielen Jahren Erfahrung schlicht unnötig war.

„Da habe ich gesagt: ‚Leute, ich mache diesen Job seit Jahrzehnten! Wenn ich jetzt zu einem Casting gehen soll, nur weil ihr fragt, ob ich zu Fritz Karl passe, dann gehe ich lieber Häuser putzen.‘ Ich war richtig empört!“, erinnert sie sich. Die Schauspielerin betont, dass sie sich niemals hätte unter Wert verkaufen lassen und dass man nach Jahrzehnten im Schauspielgeschäft nicht mehr auf diese Weise getestet werden sollte.
Ihre klare und selbstbewusste Haltung zeigte Wirkung: Es gab kein weiteres Casting für sie. Stattdessen erhielt Baumgartner kurze Zeit später eine Einladung zur Kostümprobe, was den Produktionsprozess deutlich beschleunigte. Diese Entscheidung bestätigte ihren Instinkt und unterstrich ihre Autorität als erfahrene Schauspielerin.

Der Film Jennerwein entwickelte sich schließlich zu einem echten Erfolg. Nicht nur das Publikum nahm ihn positiv auf, auch die Fachwelt würdigte die Produktion. Bei den Romy Awards 2004 wurde Hans-Günther Bücking in der Kategorie „Beste Kameraarbeit“ ausgezeichnet, was den professionellen Anspruch und die Qualität des Films unterstrich.
Monika Baumgartners Erfahrung zeigt eindrucksvoll, dass Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen im Schauspielgeschäft entscheidend sein können – selbst für etablierte Stars. Sie bewies, dass es wichtig ist, Grenzen zu ziehen und sich nicht unnötig testen zu lassen, auch wenn die Einladung offiziell und freundlich formuliert ist. Für die Schauspielerin war dieser Moment nicht nur ein Ausdruck ihrer Empörung, sondern auch ein klarer Beweis dafür, dass Respekt vor Erfahrung im Film- und Fernsehgeschäft unerlässlich ist.