Eva Habermann zeigt sich so offen wie nie zuvor. Die Schauspielerin, Filmproduzentin und Autorin ziert im April das Cover des „Playboy“ – komplett nackt und mit einer Haltung, auf die sie sichtlich stolz ist. Für die 50-Jährige war dieses Shooting nicht nur ein Fototermin, sondern ein persönlicher Meilenstein.
Während des Shootings fühlte sich Habermann nach eigenen Worten stark und selbstbewusst. Der Grund dafür lag auch an der vertrauten Atmosphäre am Set. Mit dem Fotografen arbeitet sie schon lange zusammen, was ihr Sicherheit gab. Sie beschreibt die Erfahrung fast wie eine Rolle, in die sie hineinschlüpfte – eine kraftvolle, selbstbestimmte Frau. „Ich fühlte mich wie eine starke Löwin“, sagt sie über den Moment vor der Kamera. Die Bilder zeigen für sie nicht nur Ästhetik, sondern auch Stärke. Dass sie dieses Shooting mit 50 Jahren machen durfte, empfindet sie als großes Kompliment.
Der Zeitpunkt war kein Zufall. Nur eine Woche vor dem Termin hatte Habermann ihren 50. Geburtstag gefeiert. Für sie war das Shooting deshalb auch ein ganz persönliches Geschenk an sich selbst. Dabei hätte es beinahe nie stattgefunden. Schon seit drei Jahrzehnten wurde sie immer wieder gefragt, ob sie für „Playboy“ posieren wolle – doch sie lehnte jedes Mal ab. Ihre Eltern waren sehr konservativ eingestellt, und sie wusste, dass sie damit nicht einverstanden gewesen wären. Erst nach deren Tod fühlte sie sich frei genug für diese Entscheidung.
Ganz ohne Vorbereitung ging sie allerdings nicht vor die Kamera. Habermann trainierte drei Monate lang intensiv, um sich fit zu fühlen. Viermal pro Woche stand Krafttraining auf dem Plan, dazu zweimal Pilates. Nur ein Tag pro Woche war für Erholung reserviert. Gleichzeitig legte sie großen Wert darauf, dass die Bilder möglichst natürlich bleiben. Kleine Makel gehören für sie dazu. Cellulite, etwas lose Haut oder ein kleiner Bauch seien schließlich normal. „Ich will zeigen, dass ich keine 20 mehr bin“, erklärt sie offen.
Heute fühlt sie sich wohler in ihrem Körper als früher. Mit den Jahren habe sie eine ganz neue Sicherheit entwickelt. Sie bezeichnet sich selbst als Freigeist und wilde Frau mit Selbstvertrauen. Das Leben habe ihr viele Erfahrungen gegeben, die ihr eine besondere Präsenz verleihen. Erst jetzt, sagt sie, fühle sie sich wirklich erwachsen und im Einklang mit sich selbst.

Auch ihr Partner, der Filmemacher Alexander König, reagierte begeistert auf die Entscheidung. Er sei stolz auf sie und habe keinerlei Vorbehalte gehabt. Interessanterweise war er nicht der Erste, dem sie von dem Shooting erzählte. Zunächst suchte sie das Gespräch mit seiner Mutter, weil ihr deren Meinung besonders wichtig war. Seit dem Tod ihrer eigenen Eltern empfindet sie seine Familie als ihre engsten Vertrauten.
Der Verlust ihrer Eltern prägt sie bis heute. Ihr Vater starb 2016, ihre Mutter zwei Jahre später. Besonders schmerzhaft war der Moment, als sie vom Tod ihrer Mutter erfuhr – nur eine halbe Stunde bevor sie auf die Bühne musste. Ihre Mutter lag zuvor nach einem schweren Schlaganfall im Koma. Umso dankbarer ist Habermann für ihr letztes Telefonat wenige Tage zuvor, bei dem sie gemeinsam lachten.
Neben Sport hat sie noch ein weiteres Ritual für ihr Wohlbefinden entdeckt: die Kryokammer. Einmal pro Woche verbringt sie dort drei Minuten bei minus 130 Grad. Für sie wirkt das nicht nur belebend, sondern stärkt auch ihr Immunsystem und ihre Haut.

Ihre innere Zufriedenheit erklärt Habermann mit einem einfachen Prinzip: Ehrlichkeit zu sich selbst. Sie versucht nicht, Erwartungen anderer zu erfüllen, sondern orientiert sich daran, was sich für sie richtig anfühlt. Dieses Thema greift sie auch in ihrem Buch „Learning to Love Stage Fright“ auf. Für sie ist es entscheidend, Träume zu verfolgen. Nichts sei schlimmer, als älter zu werden und das Gefühl zu haben, das eigene Leben nicht wirklich gelebt zu haben.
Auch beruflich bleibt sie aktiv. Im März ist sie gemeinsam mit Hape Kerkeling im Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“ zu sehen. Privat beschreibt sie ihr Leben ebenfalls als glücklich. Besonders genießt sie es, sich momentan stark auf sich selbst konzentrieren zu können.
Dass sie keine Kinder hat, sieht sie dabei nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Dadurch bleibe mehr Zeit für eigene Projekte, persönliche Ziele und natürlich für die Beziehung zu ihrem Partner.