Für Vanessa Mai und Lola Weippert war das Gespräch diesmal alles andere als leicht. In ihrem gemeinsamen Podcast „Schön laut Podcast“ sprechen die beiden so offen wie selten zuvor über ihre Gesundheit – und über Momente, die ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen haben.
Lola Weippert macht dabei keinen Hehl daraus, wie sehr ihr Körper sie immer wieder herausfordert. Sie lebt unter anderem mit Endometriose und beschreibt, wie belastend es ist, mit mehreren gesundheitlichen Baustellen gleichzeitig umgehen zu müssen. Ihr Satz bleibt hängen: In ihrem Körper gebe es Dinge, die dort einfach nicht hingehören. Eine Realität, die sie täglich begleitet.

Doch auch Vanessa Mai erinnert sich an einen Augenblick, der sich tief eingebrannt hat. Bei einer Routineuntersuchung vor etwa einem Jahr entdeckten Ärzte eine kleine Zyste in ihrem Kopf. Die medizinische Einschätzung war zwar beruhigend, doch in diesem Moment brach für sie innerlich alles zusammen. Die Nachricht traf sie so unerwartet, dass ihr Kreislauf komplett verrücktspielte. Übelkeit, Panik, völlige Überforderung – sie lag am Boden und war überzeugt, gerade eine schlimme Diagnose erhalten zu haben.
Heute kann sie darüber sprechen, sogar mit einer gewissen Distanz. Doch ihr Körper erinnert sie bis heute daran, dass nichts selbstverständlich ist. Seit einer schweren Rückenverletzung im Jahr 2018 begleitet sie ein Zustand, der ihr Leben nachhaltig verändert hat. Schmerzfreiheit ist für sie kein Dauerzustand. Im Gegenteil: Es gibt Tage, an denen selbst das Aufstehen zur Herausforderung wird, weil ihr Körper sich steif und blockiert anfühlt – besonders dann, wenn der Stress zunimmt.

Die Ursache dafür liegt in einer extrem intensiven Phase ihres Lebens. Während sie gleichzeitig bei „Let’s Dance“ auftrat und auf Tour war, kam es zu einem Bandscheibenvorfall, der gefährlich nahe an ihr Rückenmark heranreichte. Die mögliche Folge hätte dramatisch sein können. Rückblickend sieht sie diese Zeit kritisch und gibt offen zu, dass sie Warnsignale ihres Körpers ignoriert hat. Heute geht sie bewusster mit sich um – auch, weil sie weiß, wie knapp es damals war.
Doch das war nicht der einzige Schock. Einige Jahre später folgte eine weitere Diagnose: eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs. Für Vanessa Mai ein Moment, der alles veränderte. Sie spricht mit großer Dankbarkeit über ihre Ärztin, die früh reagierte und damit Schlimmeres verhinderte. Das betroffene Gewebe wurde entfernt, doch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bleiben ein fester Bestandteil ihres Lebens – und jedes Mal eine emotionale Belastung.

Auch Lola Weippert kennt diese Angst nur zu gut. Bei ihr wurde 2024 ein gutartiger Tumor in der Brust festgestellt. Die Diagnose war zwar kein akuter Notfall, doch die Unsicherheit bleibt. Die Sorge, dass sich etwas verändern könnte, kehrt immer wieder zurück und sorgt für anhaltenden Druck. Trotzdem nutzt sie ihre Stimme, um andere wachzurütteln – und appelliert eindringlich, Vorsorgeuntersuchungen ernst zu nehmen.
Als wäre das nicht genug gewesen, musste sie im vergangenen Jahr auch noch eine Hirnhautentzündung überstehen. Ein weiterer Moment, der ihr gezeigt hat, wie schnell sich alles verändern kann. Beide Frauen sind sich heute einig: Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren, aber sie verändern auch den Blick auf das Leben.
Sie sprechen von Glück – davon, dass sie diese kritischen Situationen überstanden haben. Für sie fühlt es sich an, als hätten sie eine zweite Chance bekommen. Und genau diese wollen sie nutzen. Bewusster leben, genauer hinschauen, auf den eigenen Körper hören – Dinge, die heute wichtiger sind als je zuvor.