München wurde am Freitagabend wieder zum Treffpunkt der Filmbranche. Zum 47. Mal wurde der Bayerischer Filmpreis im Prinzregententheater verliehen. Für manche ist es der bayerische Oscar, für andere einfach einer der wichtigsten Abende des Jahres. Fest steht: Es war ein Abend voller Emotionen, starker Looks und einiger besonderer Momente.
Im Mittelpunkt stand Florian David Fitz. Der Schauspieler erhielt den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. Eigentlich hätte Markus Söder die Auszeichnung persönlich überreichen sollen. Doch daraus wurde nichts. Nach einer Hüftoperation musste Söder absagen und erklärte auf Instagram, dass er wegen der Krücken und des Trubels nicht teilnehmen könne. Kurzfristig sprang Innenminister Joachim Herrmann ein, der offen zugab, ein Fan von „Doctor’s Diary“ zu sein. Seine Frau habe ihn damals mit der Serie angesteckt, erzählte er schmunzelnd auf der Bühne.

Während drinnen Preise vergeben wurden, hieß es draußen zittern. Der rote Teppich lag im Freien und bei minus zwei Grad wurde jeder Auftritt zur kleinen Mutprobe. Trotzdem ließen sich die Schauspielerinnen nicht beirren. Lena Meckel zeigte sich völlig unbeeindruckt und posierte in einem eleganten schwarzen Samt-Jumpsuit mit Puffärmeln und herzförmigem Ausschnitt. Haltung, Lächeln und Styling saßen trotz klirrender Kälte.

Auch Laura Osswald setzte auf Samt, allerdings in silbergrauer Variante. Ein tiefes Dekolleté und ein hoher Beinschlitz bestimmten den Look, darunter trug sie kniehohe schwarze Stiefel. Rosalie Thomass entschied sich für Zurückhaltung mit Stil: graue Häkelbluse, Tellerrock, klarer Schnitt. Einen starken Farbakzent setzte Darya Birnstiel, die als Lady in Red mit akkurater Frisur und viel Präsenz überzeugte.

Bei den Herren fiel vor allem Tijan Njie auf. Der Schauspieler, der am Sonntag im Tatort zu sehen ist, kombinierte ein camelfarbenes Jackett mit weißem Hemd und heller Hose. Elegant, modern und lässig zugleich. Deutlich extravaganter zeigte sich Til Schindler, der als Entdeckung für seine Rolle in „Scharm“ ausgezeichnet wurde. Schwarze Stoffhose, Loafer und eine enge, halbtransparente Bluse mit roten floralen Mustern sorgten für Gesprächsstoff.

Insgesamt wurden an diesem Abend Filmschaffende in elf Kategorien geehrt. Den Preis als Beste Darstellerin erhielt Leonie Benesch für ihre Rolle in „Heldin“. Sie konnte nicht persönlich anwesend sein, da sie an Corona erkrankt war. Stattdessen meldete sie sich per Video aus dem Krankenbett, dick eingepackt mit Schal, und hielt eine bewegende Dankesrede. Als Bester Darsteller wurde Rainer Bock für „Karla“ ausgezeichnet. Der Preis für den erfolgreichsten Film ging an Michael Bully Herbig für „Das Kanu des Manitu“.