Verkleiden zwecklos. Selbst mit Kostüm bleibt er erkennbar. Bastian Pastewka spricht offen darüber, warum er im echten Leben kein guter Hochstapler wäre – ausgerechnet passend zu seiner neuen Rolle in einem Krimi mit schwarzem Humor.
Ab dem 6. Februar ist Pastewka in dem Film Fabian und die mörderische Hochzeit auf Prime Video zu sehen. Darin spielt er Fabian, einen eher glücklosen Trickbetrüger, der auf der Flucht in eine exzentrische Hochzeitsgesellschaft stolpert. Als plötzlich eine Leiche auftaucht, wird ausgerechnet er in einen Mordfall verwickelt – und zum unfreiwilligen Ermittler.
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Der Film bedient sich klassischer Murder-Mystery-Elemente, bricht diese aber immer wieder mit absurden Momenten. Genau das reizt Pastewka an dem Projekt. Er beschreibt Deutschland als echtes Krimi-Land, in dem Geschichten oft über Mord und Ermittlungen erzählt werden. Schon als Teenager habe ihn das Genre gepackt, vor allem alte Verfilmungen wie „Mord im Orientexpress“. Dieses wohlige Gruselgefühl begleitet ihn bis heute.
Seine Figur Fabian bleibt dabei bewusst rätselhaft. Herkunft, Vergangenheit, sogar der Name stehen infrage. Für Pastewka ist genau das der Reiz. Fabian sei so unklar gezeichnet, dass man sich als Zuschauer keine großen Sorgen um ihn machen müsse. Theoretisch ließe sich diese Figur sogar in eine andere Zeit versetzen – weil sie überall funktionieren würde.
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Beim Lesen des Drehbuchs tappte Pastewka übrigens selbst im Dunkeln. Wer der Mörder ist, habe er nicht geahnt. Umso größer war seine Freude über die überraschende Auflösung. Gerade die klassische Schlussrunde, in der alles zusammenläuft, habe ihn begeistert. Für ihn ist das der perfekte Moment, in dem sich ein Krimi schließt wie das letzte Akkord eines guten Songs.
Privat sieht sich Pastewka allerdings nicht als geborenen Täuscher. Die Frage, ob er im echten Leben ein besserer Hochstapler wäre als Fabian, beantwortet er klar. Nein. Selbst mit Verkleidung werde er erkannt. Er habe eben nur dieses eine Gesicht. Andere Schauspieler könnten untertauchen, weil sie übersehen werden. Bei ihm funktioniere das nicht.
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Ganz ohne Gemeinsamkeiten sind Figur und Darsteller dennoch nicht. Beide teilen einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Fabian sei kein klassischer Krimineller, eher eine Art moderner Robin Hood. Diese moralische Linie könne Pastewka gut nachvollziehen.
Gedreht wurde der Film überwiegend in einem kleinen Ort in Lettland. Die abgeschiedene Umgebung sorgte dafür, dass Cast und Team eng zusammenrückten. Pastewka spricht von einer konzentrierten, fast familiären Atmosphäre. Für ihn ist klar: Das Projekt lebt nicht von einer einzelnen Figur, sondern vom Zusammenspiel des gesamten Ensembles.
Am Ende bleibt ein Krimi, der rätseln lässt, überrascht – und zeigt, dass selbst ein Trickbetrüger kein Versteck findet, wenn er von Bastian Pastewka gespielt wird.