Zwölf Jahre sind vergangen, doch der Verlust bleibt präsent. Charlotte Link erinnert am 7. Februar an ihre jüngere Schwester Franziska, die 2012 im Alter von nur 46 Jahren starb. Mit wenigen, sorgfältig gewählten Worten macht die Bestsellerautorin deutlich, wie nah ihr dieser Tag noch immer geht.
Zu einem Schwarzweißfoto von Franziska wählte sie ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“ Darunter stehen nur der Name ihrer Schwester sowie ihre Lebensdaten, 27. Februar 1965 bis 7. Februar 2012. Mehr braucht es nicht, um die Tiefe dieses Verlustes spürbar zu machen.
Die Geschichte der beiden Schwestern hat Charlotte Link bereits vor Jahren öffentlich gemacht. In ihrem Buch Sechs Jahre – Der Abschied von meiner Schwester schildert sie den langen, schweren Weg, den Franziska über Jahre gehen musste. Es ist kein Roman, kein Krimi, sondern ein sehr persönlicher Blick auf Krankheit, Hoffnung, Rückschläge und eine enge familiäre Bindung, die selbst durch Leid nicht zerbrach.
Der Anstoß zu diesem Buch kam von Franziska selbst. Sie hatte ihre Schwester ermutigt, das Erlebte festzuhalten, damit all das Ungesagte nicht im Stillen bleibt. Für Charlotte Link wurde das Schreiben zu einer Form des Erinnerns – und des Aushaltens.
Bis heute spricht sie offen darüber, dass dieser Verlust nicht einfach vergeht. Ihre Schwester war ein fester Halt in ihrem Leben, jemand, der da war, wenn sie fiel – und umgekehrt. Diese Verbindung endete nicht mit dem Tod. Sie begleitet die Autorin weiter, auch wenn sie schmerzt.
Mit den Jahren hat Charlotte Link gelernt, anders mit dieser Trauer zu leben. Nicht, indem sie verschwindet, sondern indem sie einen Platz bekommt. Sie kämpft nicht mehr gegen den Schmerz an, sondern akzeptiert ihn als Teil ihres Lebens. So wie etwas, das immer da ist – unverrückbar, aber vertraut.