Heidi Klum kennt das Gefühl, das viele Eltern irgendwann erleben. Auch wenn sie ein Weltstar ist, bleibt sie in solchen Momenten einfach Mutter. „Es ist schwer, die Kinder gehen zu lassen“, sagt die 52-Jährige ganz ehrlich.
Ihre älteste Tochter Leni, 21, die aus der Beziehung mit Flavio Briatore stammt, ist seit drei Jahren als Model international unterwegs. Nebenbei studiert sie Interior Design an der NYU und steht kurz vor dem Abschluss. Sohn Henry, 20, aus der Ehe mit Sänger Seal, geht einen ähnlichen Weg. Auch er verbindet sein Studium mit Jobs in der Modewelt.
Bei der Premiere ihrer neuen Dokumentation „On & Off the Catwalk – by Heidi Klum“ sprach Heidi aus Los Angeles zugeschaltet darüber, wie stolz sie auf ihre Kinder ist. Sie findet es gut, dass sie verschiedene Interessen haben und beides verfolgen – Ausbildung und Modelkarriere. Und sie gibt zu, dass gemeinsame Shootings mehr Spaß machen als alleine vor der Kamera zu stehen.
Sohn Johan, 19, studiert ebenfalls in New York und hat sich für „Strategic Design & Management“ entschieden. Nur Lou, 16, lebt noch zu Hause bei ihren Eltern. Für Heidi ist das eine besondere Phase. Die Familie verändert sich, die Kinder werden selbstständig – und genau das fühlt sich manchmal seltsam an.
„Einer der intensivsten Momente für mich als Mutter war, als sie plötzlich selbst Auto gefahren sind“, erzählt sie. Früher habe sie sich noch umgedreht und gefragt, ob alle angeschnallt seien. Heute fahren ihre „kleinen Kinder“ alleine durch die Welt. Dieser Schritt habe sie tief getroffen. Gleichzeitig mache es sie glücklich, zu sehen, wie sie ihre Träume verfolgen. Heidi gesteht offen: „Ich war extrem streng, als sie minderjährig waren. Ich war eine Helikopter-Mama.“
Vor allem Leni habe als Teenager gern diskutiert. Schon mit 14 wollte sie modeln, durfte aber erst mit 18 starten. Dann ging alles schnell – ihr erstes großes Shooting war direkt ein Vogue-Cover mit ihrer Mutter. In Los Angeles wollte Leni abends länger ausgehen, doch Heidi blieb konsequent. Mit 16 sei das nicht drin gewesen. Wenn Partys erlaubt wurden, dann nur mit Sicherheitsbegleitung. Die Kinder wurden hingefahren und wieder abgeholt.
Was Heidi als Mutter am meisten freut, hat wenig mit Glamour zu tun. Am glücklichsten ist sie, wenn Menschen ihr sagen, dass ihre Kinder freundlich und höflich am Set waren. Das sei für sie das schönste Kompliment.
In der Dokumentation spricht sie auch über persönliche Themen wie ihre Gewichtszunahme durch die Menopause. „Ich bin nicht schwanger, ich bin nur etwas schwerer als früher“, sagt sie offen. Das gehöre dazu, und es gebe Schlimmeres. Ihre Mutter Erna, 82, bezeichnet sie als heimlichen Star der Show, weil sie immer sagt, was sie denkt. Genau diese Mischung aus Ehrlichkeit, Humor und Familie zeigt eine Seite von Heidi, die man so selten sieht.