Für Jochen Schropp hat sich in den letzten Jahren vieles verschoben – vor allem innerlich. In seinem neuen Podcast spricht der 47-Jährige offen über Themen, die ihn persönlich stark geprägt haben: mentale Gesundheit, Beziehungen und die oft unterschätzte Kunst, mit sich selbst im Reinen zu sein. Dabei geht es nicht nur um andere, sondern auch um seine eigene Geschichte.
Ein Erlebnis aus der Vergangenheit kommt ihm dabei immer wieder in den Sinn. Vor rund sechs Jahren ließ er sich von einem Freund zu einer Fastenwanderung in Brandenburg überreden – damals noch mit gemischten Gefühlen. Die Gruppe lebte gemeinsam auf einem Bauernhof, fernab vom gewohnten Alltag. Eine ungewöhnliche Aufgabe blieb ihm besonders im Gedächtnis: Jeder sollte eine Postkarte an sich selbst schreiben und nach Hause schicken.
Diese Karte tauchte vor Kurzem wieder auf – in seiner Wohnung in Berlin-Mitte. Die Worte darauf wirken heute fast wie eine leise Anleitung für sein Leben: Er solle sich immer wieder bewusst Zeit für sich nehmen. Und genau das hat er getan. Einmal im Jahr zieht er sich komplett zurück, fastet, reist allein oder gestaltet seine Tage ganz bewusst. Selbst einfache Dinge wie ein langer Spaziergang zu Terminen werden für ihn zu kleinen Auszeiten. Statt Stress gibt es Podcasts, Gespräche mit Freunden oder einfach nur Gedanken, die kommen und gehen dürfen.
Dass dieses Bedürfnis nach Rückzug so stark geworden ist, hat auch mit einem tiefen Einschnitt zu tun. Die Trennung von seinem Ehemann Norman Kühle hat ihn emotional stark getroffen. Was einst als große Liebe begann, endete im vergangenen Jahr endgültig. Nach einer ersten Beziehungspause im Herbst folgte im Februar das endgültige Aus. Besonders schwer fiel ihm der März – eigentlich ihr Hochzeitstag. Die beiden hatten 2022 in Südafrika geheiratet. Damals hätte niemand geahnt, dass sie diesen Weg nicht gemeinsam weitergehen würden.

Die Zeit danach beschreibt er ohne Beschönigung. Der Schmerz war da, und er blieb lange. Gespräche über eine mögliche Scheidung stehen aktuell noch nicht im Fokus. Viel wichtiger war für ihn, wieder zu sich selbst zu finden. Genau in dieser Phase entstand auch die Idee für seinen Podcast „Happy Life Podcast“. Ein Projekt, das eng mit seiner persönlichen Entwicklung verbunden ist. In Gesprächen mit Experten und engen Vertrauten tastet er sich an Themen heran, die ihn selbst beschäftigen – ehrlich, direkt und ohne Filter.
Auch räumliche Distanz spielte eine Rolle. In Kapstadt, wo er ein eigenes Haus besitzt, fand er Abstand zum Geschehen. Die Stadt wurde für ihn zu einem Ort, an dem er durchatmen konnte. Zwar hoffte er dort auch auf eine neue Begegnung, vielleicht sogar auf eine Urlaubsromanze – doch das Ergebnis erfüllte ihn nicht. Stattdessen wurde ihm klar, dass Heilung Zeit braucht.

Heute blickt er ruhiger auf alles zurück. Der akute Herzschmerz ist überwunden. Kurzzeitig hatte er sich sogar auf einer Dating-Plattform angemeldet, doch schnell gemerkt, dass es noch nicht der richtige Moment ist. Denn jeder neue Mensch wird unweigerlich mit der großen Liebe verglichen – und das macht es schwer, wirklich offen zu sein.
Im Moment hat er sich entschieden, den Fokus auf sich selbst zu legen. Die Momente, in denen er jemanden vermisst, kennt er gut: wenn Herausforderungen anstehen oder wenn die Stille zu laut wird. Doch genau darin liegt für ihn auch eine wichtige Erkenntnis. Allein zu sein bedeutet nicht automatisch, unglücklich zu sein. Im Gegenteil – er lernt, sich selbst genug zu sein. Und alles Weitere, so sagt er, wird sich zeigen, wenn die Zeit reif ist.