Manuela Schwesig spricht offen über ein Thema, das sie persönlich geprägt hat – und das für viele Menschen entscheidend sein kann. Gemeinsam mit Patrice Aminati setzt sich die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern aktuell für mehr Aufmerksamkeit rund um Krebsprävention ein.
Zwei Frauen, zwei unterschiedliche Geschichten – und doch ein gemeinsames Ziel.
Während Schwesig ihre Krebserkrankung bereits überwunden hat, lebt Patrice Aminati seit über drei Jahren mit einer unheilbaren Diagnose. Bei ihr wurde ein Melanom festgestellt, dessen Behandlung darauf abzielt, ihr Leben zu verlängern. Anfang April wurde bekannt, dass sich der Krebs erneut ausgebreitet hat.
Diese Erfahrungen machen ihre Botschaft umso eindringlicher.
In einem gemeinsamen Instagram-Beitrag sprechen beide über Vorsorge und darüber, warum sie so entscheidend ist. Schwesig zeigt sich dabei in einer persönlichen Situation – beim Joggen. Für sie ist Bewegung nicht nur ein Ausgleich im Alltag, sondern auch Teil ihres Umgangs mit der eigenen Krankheitsgeschichte. „Das hält mich fit und hilft mir, den Kopf frei zu bekommen“, erklärt sie. Gleichzeitig betont sie, dass sie auch deshalb aktiv bleibt, weil sie die Krankheit selbst erlebt hat und einen Rückfall unbedingt vermeiden möchte.
Doch Sport allein reicht aus ihrer Sicht nicht aus.

Ein zentraler Punkt ist für sie die regelmäßige Vorsorge. Und genau hier wird sie sehr deutlich. Sie gibt zu, dass sie selbst zu spät zur Untersuchung gegangen ist. Eine Erfahrung, die sie bis heute beschäftigt. „Deshalb habe ich eine schreckliche Diagnose bekommen“, sagt sie offen.
Der Zeitpunkt ihres Appells ist kein Zufall.
Aktuell wird politisch darüber diskutiert, ob kostenlose Hautkrebs-Screenings eingeschränkt oder nur noch bestimmten Risikogruppen angeboten werden sollen. Eine Entscheidung, die viele Menschen betrifft – und die Schwesig klar kritisiert.
Ihre Haltung dazu ist eindeutig. Sie hält es für falsch, Vorsorgeangebote infrage zu stellen, statt sie zu stärken. Für sie geht es darum, Menschen frühzeitig zu erreichen und ihnen Sicherheit zu geben, statt Unsicherheit zu schaffen.

Auch Patrice Aminati macht seit Tagen auf diese Debatte aufmerksam und nutzt ihre Reichweite, um das Thema sichtbar zu halten. Für beide ist klar: Prävention darf nicht zur Nebensache werden.
Manuela Schwesig selbst hatte 2019 öffentlich gemacht, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Es folgten eine Operation und Chemotherapie. In dieser Zeit zog sie sich teilweise aus dem politischen Alltag zurück, blieb aber im Amt. Anfang 2020 kehrte sie vollständig zurück. Die Behandlung war erfolgreich, dennoch gehört die regelmäßige Nachsorge weiterhin zu ihrem Leben.
Ihre Geschichte und die von Patrice Aminati zeigen zwei Seiten derselben Realität. Heilung auf der einen Seite, ein andauernder Kampf auf der anderen.
Und genau deshalb sprechen sie jetzt so deutlich wie selten.