Wolke Hegenbarth verschwand vier Wochen vom Familienradar – und bereut nichts

Für Wolke Hegenbarth fühlte sich diese Reise nicht einfach wie ein neuer Dreh an. Es war eher ein Schritt zurück in ein Leben, das lange fast komplett stillgestanden hatte. Nach mehr als sechs Jahren Familienpause stand die Schauspielerin wieder vor der Kamera – ausgerechnet für „Das Traumschiff“. Vier Wochen lang war sie dafür unterwegs, weit weg von ihrem Alltag, ihrem Mann Oliver Vaid und ihrem sechsjährigen Sohn Avi.

Auf LinkedIn machte die 46-Jährige später deutlich, wie sehr sie diese Erfahrung getroffen hat. „A trip down memory lane: Wow, that felt good“, schrieb sie über ihr Comeback in der ZDF-Reihe. Für sie war es kein kleiner Gastauftritt nebenbei, sondern ein Moment, der offenbar viel in ihr ausgelöst hat. Nach all den Jahren, in denen das Muttersein im Mittelpunkt stand, war sie plötzlich wieder mitten in ihrer alten Welt.

Für die Dreharbeiten zu „Das Traumschiff – Ruanda“ verbrachte Wolke Hegenbarth vier Wochen an Bord. Keine klassische Familienreise, kein kurzer Termin zwischen zwei Verpflichtungen, sondern ein kompletter Ausstieg aus dem gewohnten Zuhause. Ihr Mann Oliver blieb mit Sohn Avi zurück. Wolke war in dieser Zeit nicht einmal erreichbar, wie sie später verriet.

Ein Foto, das sie auf LinkedIn teilte, zeigt sie in einem hellblauen Jeanskleid an einer Reling. Hinter ihr das tiefblaue Meer, darüber ein Regenbogen, dem sie die Hand entgegenstreckt. Der Schnappschuss wirkt nicht gestellt wie ein normaler PR-Moment. Er zeigt vor allem eine Frau, die gerade sichtbar spürt, dass ein lange vermisster Teil von ihr wieder da ist.

Ganz leicht war der Start offenbar trotzdem nicht. Wolke schrieb, sie habe an Bord zunächst „a bit of an adjustment period“ gebraucht. Doch nach knapp „24 hours“ war diese Unsicherheit verflogen. Danach schien sie sich auf dem Schiff nicht nur zurechtzufinden, sondern regelrecht aufzublühen.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Schauspielerin von der Stimmung am Set. Sie schwärmte von der Offenheit und Wärme, die ihr begegnet seien. Zur Crew gehörten unter anderem Florian Silbereisen, Collien Fernandes, Barbara Wussow und Daniel Morgenroth. Für Wolke wurden sie zu „role models“, weil dort niemand von oben herab auf andere schaute und niemand sich wichtiger nahm als der Rest.

Genau diese Atmosphäre scheint sie nachhaltig berührt zu haben. An Bord waren nach ihren Angaben rund „600 Menschen“ plus „300 crew members“. Und trotzdem habe sie erlebt, wie respektvoll miteinander umgegangen wurde. Für Wolke war das nicht einfach nur ein Drehort. Sie bezeichnete „Das Traumschiff“ als „a gift“ – ein Geschenk, das sie in einem besonderen Moment ihres Lebens offenbar genau gebraucht hat.

Denn in den vergangenen Jahren war ihr Leben deutlich anders getaktet. Im September 2019 kam ihr Sohn Avi zur Welt. Danach rückte die Schauspielerei stark in den Hintergrund. So stark, dass irgendwann sogar Spekulationen aufkamen, sie habe sich ganz aus dem Beruf verabschiedet.

Dagegen wehrte sich Wolke Hegenbarth zuletzt deutlich. In einem Gespräch mit BUNTE stellte sie klar: „That bordered on defamation. … Why on earth would I retire at 40?“ Für sie war die Sache eindeutig. Sie hatte nicht aufgehört, Schauspielerin zu sein. Sie drehte nur nicht. Ihr Herz, so machte sie klar, habe immer weiter für diesen Beruf geschlagen.

Untätig war sie während ihrer Elternzeit allerdings nicht. Wolke arbeitete weiter als Unternehmerin und Coach. Trotzdem blieb die Kamera über Jahre weg. Das „Traumschiff“ wurde nun zu einer Rückkehr in ein Gebiet, das ihr vertraut ist – und das sie offensichtlich vermisst hatte.

Dass ausgerechnet eine Mutter vier Wochen lang ihr Kind zurücklässt, ruft schnell Kommentare hervor. Wolke weiß das. In einem weiteren LinkedIn-Beitrag ging sie genau auf diese Frage ein: Darf man als Frau sein Kind einen Monat lang zu Hause lassen? Ihre Antwort war klar und ohne schlechtes Gewissen: „Yes! And I don’t feel bad about it at all.“

Für sie bedeutete der Dreh nicht Flucht vor der Familie, sondern Rückkehr zu sich selbst. Sie beschrieb den Moment als Heimkehr in ihre „old stomping grounds“, zurück in ihren Schauspielberuf. „100% me“, schrieb sie dazu. Genau diese Ehrlichkeit dürfte manchen gefallen – und andere provozieren.

Möglich wurde der vierwöchige Abstand vor allem durch ihren Mann Oliver Vaid, den sie 2019 heimlich in Berlin heiratete. Über ihn schrieb sie, dass er zu Hause alles alleine stemme. „Olli is managing everything at home as a one-man show for a month“, erklärte sie während des ZDF-Drehs. Ihr Vertrauen in ihn klang dabei sehr deutlich: „Olli’s got it covered.“

Wolke weiß, dass so eine Auszeit als Mutter nicht einfach passiert. Es braucht Menschen, die mittragen, auffangen und möglich machen. Genau dafür zeigte sie sich dankbar. Sie sprach von Flexibilität und davon, dass sie nach ihrer Rückkehr wieder ganz für ihr Kind da sein werde.

Dass die Trennung intensiv war, steht außer Frage. Vier Wochen weg zu sein ist das eine. Aber während dieser Zeit gar nicht erreichbar zu sein, ist noch einmal etwas anderes. Für Wolke war es offenbar trotzdem kein Grund, sich zu schämen. Im Gegenteil: Sie sieht darin eine Erfahrung, die nicht nur ihr selbst guttat, sondern auch ihrer Familie.

Am Ende richtete sie sich mit einer klaren Botschaft an andere Mütter. „Do you sometimes! You are allowed to feel good. You are allowed to live your own life. Bye-bye, guilty conscience.“ Für Wolke Hegenbarth ist die Sache damit entschieden: Muttersein bedeutet für sie nicht, sich selbst komplett aufzugeben.