Anke Engelke und Bastian Pastewka gehen gemeinsam auf Spurensuche – und sprechen offen über echte Freundschaft

Anke Engelke und Bastian Pastewka kennen sich seit vielen Jahren aus Fernsehen, Comedy und gemeinsamen Projekten. Man könnte fast meinen, die beiden hätten beruflich längst alles zusammen gemacht. Doch ausgerechnet im Synchronstudio gab es bisher noch eine Lücke. Mit dem Animationsfilm „Glennkill – Ein Schafskrimi“ ändert sich das nun.

In dem Film, der am 14. Mai in die Kinos kommt, leihen die beiden erstmals gemeinsam animierten Figuren ihre Stimmen. Und nicht irgendwelchen Figuren: Engelke spricht das Schaf Lily, Pastewka übernimmt die Rolle von Mopple. Zusammen geraten die beiden mitten in einen ungewöhnlichen Kriminalfall, bei dem ausgerechnet eine Schafherde zu Ermittlern wird.

Auch international ist der Film prominent besetzt. Hugh Jackman spielt im Original den exzentrischen Schäfer. Für die deutsche Fassung waren Engelke und Pastewka gefragt – ein Angebot, das für beide sofort einen besonderen Reiz hatte. Denn obwohl sie seit Jahrzehnten als eingespieltes Duo gelten, wurden sie für ein gemeinsames Synchronprojekt bisher noch nie zusammen angefragt.

Pastewka nahm die Idee mit sichtbarer Freude auf. Allein der Gedanke, als Schaf auf Spurensuche zu gehen, gefiel ihm sofort. Er brachte es mit einem Satz auf den Punkt: „Wir sind Schaf-Ermittler, wie schön!“ Die Angebote kamen zwar getrennt bei ihnen an, doch beiden wurde mitgeteilt, dass es besonders schön wäre, wenn auch der jeweils andere mitmachen würde.

Engelke beschreibt, wie stark sie der Film schon beim ersten Anschauen gepackt habe. Trotz Sicherheitsmaßnahmen, Wasserzeichen und der üblichen Vorsicht rund um frühe Filmfassungen sei all das schnell in den Hintergrund gerückt. Für sie zählte plötzlich nur noch die Geschichte: spannend, witzig, warm und emotional zugleich. Genau diese Mischung habe den Film für sie so anziehend gemacht.

Gleichzeitig war ihr klar, dass hinter der Arbeit viel mehr steckt als nur ein paar lustige Sätze einzusprechen. Engelke sieht Synchronisation als eine der schwierigsten Aufgaben ihres Berufs. Im englischen Original wurden die Figuren unter anderem von Julia Louis-Dreyfus und Chris O’Dowd eingesprochen, bevor die Animation vollständig entstand. In der deutschen Version mussten Engelke und Pastewka dagegen bereits vorhandene Figuren mit Leben füllen – mit passenden Stimmen, Timing und Ausdruck.

Für beide bedeutete das: Die Schafe durften nicht einfach wie Anke Engelke und Bastian Pastewka klingen. Es ging nicht darum, bekannte Comedy-Muster über die Figuren zu legen oder aus Mopple und Lily eine persönliche Show zu machen. Pastewka machte deutlich, dass so etwas völlig unpassend wäre. Natürlich könne man den eigenen Klang nie ganz abschütteln, doch entscheidend sei immer die Figur selbst.

Er verglich die Arbeit mit Musik. Man müsse im richtigen Moment die richtige Taste treffen. Wenn Regie, Buch und Tagesform stimmen, könne daraus etwas entstehen, das leicht wirkt, obwohl es präzise gebaut ist. Genau diese Voraussetzungen hätten sie bei „Glennkill“ gehabt.

Ganz neu ist das Sprechen von Tieren für die beiden allerdings nicht. Engelke war bereits als Dory in den „Findet Nemo“-Filmen zu hören, Pastewka sprach unter anderem die Giraffe in „Madagascar“. Trotzdem sehen sie sich selbst nicht als klassische Profisprecher, die jeden Tag Serien, Filme und Figuren synchronisieren. Viel eher würden sie immer wieder für animierte, komische Tierrollen angefragt.

Pastewka findet gerade solche Figuren besonders reizvoll. Ob groß, klein, flauschig oder ganz anders, sei am Ende nebensächlich. Entscheidend sei, dass diese Tiere menschliche Eigenschaften bekommen und eine klare Persönlichkeit zeigen. Genau das müsse sich in der Stimme widerspiegeln.

Besonders persönlich wird es, wenn Engelke über die Verbindung zwischen Lily und Mopple spricht. Für sie steckt in der Freundschaft der beiden Schafe viel von dem, was auch ihre eigene Beziehung zu Bastian Pastewka ausmacht. Sie erkennt Parallelen: Nähe, Vertrauen und die Bereitschaft, nicht nur die glänzende Seite zu zeigen.

Engelke betont, wie wichtig es sei, in einer Freundschaft auch Ängste, Unsicherheiten und Schwächen aussprechen zu dürfen. Lily und Mopple teilen ihre Gedanken und Sorgen miteinander, ohne sich dafür zu schämen. Genau darin liegt für sie der Kern echter Freundschaft.

Am Ende wünscht sie sich, dass Zuschauer den Film nicht nur als niedlichen Schafskrimi sehen. Für Engelke steckt darin auch eine Erinnerung daran, Freundschaften ernster zu nehmen. Sie hofft, dass Menschen nach dem Film vielleicht kurz innehalten und sich fragen, wie sie selbst mit ihren Freunden umgehen – und ob sie wirklich gute Freunde sind.