Die Kamera an der Decke blinkte rot.
Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Einfach unaufhaltsam.
Don Ernesto stand still.
Octavio versuchte zu lachen.
Doch seine Stimme brach sofort.
„Papa… das ist doch nur ein Sicherheitsgerät…“
Rebecca atmete flach im Bett.
Ihre Augen suchten seinen Blick.
Und fanden ihn.
Don Ernesto ging langsam zu ihr.
„Wie lange?“ fragte er leise.
Stille.
Die Schwiegertochter bewegte sich nervös.
„Sie wollte manchmal nicht trinken… wir haben alles versucht…“
Rebecca schlug zweimal schwach gegen die Matratze.
Nein.
Don Ernesto verstand.
Er drehte sich um.
„Noch einmal.“
Seine Stimme war ruhig.
Zu ruhig.
„Wie lange habt ihr sie so gelassen?“
Octavio trat einen Schritt zurück.
„Papa, du dramatisierst alles…“
Das Wort traf ihn.
Wie früher.
Immer wieder.
„Du dramatisierst.“
„Du verstehst es nicht.“
„Du bist verwirrt.“
Don Ernesto zog sein Handy heraus.
Nicht schnell.
Nicht wütend.
Entscheidend.
„Notruf“, sagte er.
Dann:
„Mein Anwalt.“
Octavio wurde blass.
„Es ist zwei Uhr morgens…!“
Don Ernesto sah ihn an.
„Dann ist es der perfekte Zeitpunkt, um die Wahrheit zu beenden.“
Die Schwiegertochter flüsterte:
„Du kannst uns nicht einfach so zerstören…“
Er zeigte auf die Kamera.
„Ich zerstöre nichts.“
Pause.
„Ihr habt es selbst getan.“
Rebecca schloss kurz die Augen.
Er nahm ihre Hand.
Und zum ersten Mal seit langer Zeit war sie nicht allein.
Doch hinter ihnen öffnete sich die Haustür erneut.
Und ein weiterer Mann trat ein.
Mit einem Ordner.
Und einem Blick, der alles noch viel endgültiger machte…