„Macht euch nicht verrückt“: Rhea Harder-Vennewald über Muttersein, Stress und 20 Jahre „Notruf Hafenkante“

Zwischen Schulabholung, Dreharbeiten und Tourvorbereitung bleibt Rhea Harder-Vennewald erstaunlich gelassen. Die 49-Jährige steht seit 2007 als Franzi Jung für „Notruf Hafenkante“ vor der Kamera – und jongliert gleichzeitig ihr Familienleben mit drei Kindern und einer fünf Wochen langen TKKG-Live-Tour.

Dass sie ein Interview führt, während sie ihre Kinder von der Schule abholt, bringt sie nicht aus der Ruhe. „Es geht nicht anders“, sagt sie lachend. Ihr Motto: Erst schauen, ob man eine Situation ändern kann. Wenn ja, dann anpassen. Wenn nicht, das Beste daraus machen. Genau diese Haltung gibt sie auch an ihre Kinder weiter.

Gerade Mütter würden sich oft selbst zu sehr unter Druck setzen, findet sie. Ihr Rat ist klar: „Macht euch nicht so einen Stress.“ Auch sie versuche, sich als Mutter keinen unnötigen Druck aufzubauen. Ehrlichkeit sei dabei entscheidend – in beide Richtungen. Wenn ein Kindergeburtstag wegen einer Tour nicht am eigentlichen Tag stattfinden könne, werde eben später gefeiert. Wichtig sei nur, dass man es offen kommuniziert und Versprechen hält.

Neben dem Familienalltag steht ein besonderes Jubiläum an: die 500. Folge von „Notruf Hafenkante“. Zwei Jahrzehnte Seriengeschichte liegen hinter ihr. Sie spricht von einer intensiven Reise mit vielen prägenden Begegnungen. Einige Weggefährten vermisse sie besonders, darunter Frank Vockroth oder Christian Tramitz. Mit Bruno F. Apitz verbindet sie sogar eine enge Freundschaft – ihre Kinder nennen ihn liebevoll „Opa“.

Auch die Fernsehbranche habe sich verändert. Alles gehe schneller, es werde mehr produziert, Budgets müssten stärker im Blick behalten werden. Trotzdem funktioniere „Hafenkante“ weiterhin gut. „Unsere Zuschauer sind das Fundament“, betont sie.

Für sie lebt die Serie von ihren vielschichtigen Figuren und der besonderen Verbindung zwischen Polizei und Krankenhaus. Gerade diese Mischung mache den Reiz aus.

Privat steht bald ein runder Geburtstag bevor: Am 27. Februar wird Rhea Harder-Vennewald 50 Jahre alt – und wird diesen Tag auf der Bühne verbringen, in Berlin, bei der TKKG-Liveshow. Familie wird im Publikum sitzen, später werde im kleinen Kreis weitergefeiert. Große Inszenierungen brauche sie nicht.

Ein alter Traum vom eigenen Bauernhof bleibt vorerst ein Traum. Mit Schulkindern und Dreharbeiten sei das kaum umzusetzen. Stattdessen genießt sie Ausritte mit ihrer Tochter und kleine Naturmomente im Alltag.