Franziska van Almsick äußert Sorge über Hass im Netz gegen Sportler

Franziska van Almsick hat sich besorgt über die zunehmenden Hasskommentare im Internet geäußert, die sich gegen deutsche Sportler richten. Die frühere Weltklasse-Schwimmerin sprach darüber beim „Ball des Sports“ in Frankfurt am Main und machte deutlich, wie ernst sie diese Entwicklung findet.

Die 47-Jährige, die heute stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Sporthilfe ist, zeigte sich schockiert über den Ton in sozialen Netzwerken. Ihrer Meinung nach habe sich die Situation inzwischen in eine Richtung entwickelt, die kaum noch nachvollziehbar sei.

Van Almsick erklärte, dass viele Menschen zwar sagen, man solle solche Kommentare einfach ignorieren. In der Realität sei das jedoch deutlich schwieriger. Besonders für Sportler, die ständig im Fokus stehen, können solche Worte sehr belastend sein.

Bei den vergangenen Winterspielen wurden vor allem deutsche Athletinnen Ziel von beleidigenden Kommentaren im Internet. Biathletin Franziska Preuß sprach nach einem ihrer Rennen offen darüber, wie sehr sie die Situation belastet hat.

Sie beschrieb den Umgang mit solchen Nachrichten als eine Art psychischen Druck. Viele raten zwar dazu, Kommentare im Netz gar nicht erst zu lesen. Trotzdem sei es schwer, sich vollständig davon abzuschirmen.

Auch ihre Teamkollegin Vanessa Voigt berichtete von ähnlichen Erfahrungen. Für Franziska van Almsick zeigt sich darin ein größeres gesellschaftliches Problem. Wer heute in der Öffentlichkeit stehe, müsse genau überlegen, was er sagt.

Oft entstehe die Sorge, dass jede Aussage sofort negative Reaktionen auslösen könnte. Kritik sei grundsätzlich in Ordnung, betonte van Almsick. Entscheidend sei jedoch immer die Art und Weise, wie sie geäußert werde.

Als Mutter von zwei Kindern beschäftigt sie sich schon länger mit den Auswirkungen sozialer Medien. Für sie sind diese Plattformen gleichzeitig Chance und Risiko.

Besonders kritisch sieht sie den Druck, der durch ständige Vergleiche im Internet entstehen kann. Aus diesem Grund erlaubt sie ihrem zwölfjährigen Sohn noch keinen Zugang zu TikTok. Auch Instagram und Snapchat sind für ihn in diesem Alter tabu.

Van Almsick möchte mit ihren Aussagen vor allem auf einen respektvolleren Umgang im Netz aufmerksam machen. Gerade junge Menschen und Sportler sollten besser vor verletzenden Kommentaren geschützt werden.