Nach heftigem Sturz: Rodel-Ikone Georg Hackl darf Klinik wieder verlassen

Der Olympia-Sonntag in Cortina d’Ampezzo hatte es in sich. Zwischen Training, Wettkampfspannung und eisiger Kulisse wurde ausgerechnet abseits der Bahn ein Moment zur Nervenprobe. Rodel-Ikone Georg Hackl stürzte beim Beobachten seiner Athleten und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Am Abend dann die Erleichterung: Hackl konnte die Klinik wieder verlassen.

Der 59-Jährige war am Cortina Sliding Centre unterwegs, um das Training seiner Schützlinge zu verfolgen. Dafür kletterte er ein Stück abseits der Strecke nach oben, um freie Sicht auf die Bahn zu haben. Doch der Untergrund gab plötzlich nach. Hackl stürzte aus rund 1,80 Metern und schlug dabei auch mit dem Kopf auf. Für einen Moment sah alles nach einer ernsten Verletzung aus.

Schnell stand fest: Die Schulter war ausgekugelt. Noch vor Ort ging Hackl vom Schlimmsten aus und stellte sich auf einen Klinikaufenthalt ein. Die Untersuchung brachte jedoch eine gute Nachricht. Die Schulter konnte wieder eingerenkt werden, ein operativer Eingriff war nicht nötig. Schmerzmittel, Fixierung und kurze Beobachtung reichten aus.

Schon kurze Zeit später kehrte Hackl zurück zur Mannschaft. Er selbst sprach von Glück im Unglück. Beim Weg zu seinem Beobachtungspunkt war er in eine Lücke geraten und knapp zwei Meter tief in einen Schacht gefallen. Dass es bei einer ausgekugelten Schulter blieb, wertete er als positives Ende eines heiklen Moments.

Der Zwischenfall traf einen Mann, der wie kaum ein anderer für olympischen Erfolg im Rodelsport steht. Mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen gilt Hackl als erfolgreichster Rodler der Olympia-Geschichte. Umso größer war die Erleichterung im Team, als klar war, dass der Unfall keine langfristigen Folgen hat.

Doch Hackl war an diesem Sonntag nicht der einzige Name, der für einen Schockmoment sorgte. Auch auf der Skipiste wurde es dramatisch. Bei der Abfahrt der Frauen stürzte Ski-Ikone Lindsey Vonn schwer. Die 41-jährige Amerikanerin war erst neun Tage zuvor von einem Kreuzbandriss betroffen, ging dennoch an den Start und verlor während der Fahrt die Kontrolle. Nach dem Sturz musste sie per Helikopter abtransportiert werden. Ein aktueller Bericht zu ihrem Gesundheitszustand steht noch aus.

Ein Olympia-Tag, der zeigte, wie schmal der Grat zwischen Routine und Risiko selbst fernab der eigentlichen Wettkämpfe sein kann.