Es begann leise – und veränderte alles. Als Roland Kaiser im Oktober 1993 nach fast zehn Jahren plötzlich wieder vor Silvia Kaiser stand, war nichts mehr wie zuvor. Beide lebten damals noch in festen Beziehungen. Und doch war da sofort dieses alte Gefühl, das nie ganz verschwunden war.
Kennengelernt hatten sie sich bereits 1984 nach einem Konzert. Damals blieb es bei einer engen Freundschaft. Man verstand sich, vertraute sich – mehr nicht. Erst fast ein Jahrzehnt später kam es zu diesem zweiten, entscheidenden Moment. Roland lud Silvia zu seiner Tour ein. Als er erneut in ihre „großen grünen Augen“ blickte, sah er darin wieder das, was ihn schon damals berührt hatte: Wärme, Fürsorge und einen Hauch von Erotik. In seiner Autobiografie „Sonnenseite“ beschreibt er dieses Wiedersehen als Wendepunkt.

Was folgte, spielte sich zunächst im Verborgenen ab. Die Treffen waren heimlich, die Gefühle jedoch alles andere als klein. Beide wussten, dass sie mit ihrer Entscheidung nicht nur ihr eigenes Leben verändern würden. Sie hatten Familien. Roland schreibt offen darüber, dass ihnen bewusst war, was auf dem Spiel stand: Wenn sie ihre bisherigen Partner verlassen würden, würden sie ihre Familien auseinanderreißen.
Trotz aller Zweifel wurde ihm klar, dass Silvia die Frau war, mit der er sein Leben teilen wollte. Nicht nur die großen Momente, sondern auch den Alltag. Zahnpastatube und Abwasch, Kinder, ein Haus, einen Baum, gemeinsam alt werden – genau das schwebte ihm vor. 1996 gaben sich die beiden schließlich das Jawort.

Für den Sänger war es bereits die dritte Ehe. Seine erste Verbindung mit Christina war in den 1980er-Jahren gescheitert, weil seine Karriere damals an erster Stelle stand. Aus der zweiten Ehe mit Anja Schüte stammt Sohn Hendrik, geboren 1990. Erst mit Silvia fand Roland das, was er selbst als sein großes Glück beschreibt.
Heute sind sie seit drei Jahrzehnten verheiratet. Ihre gemeinsame Geschichte wurde durch die Kinder Annalena und Jan ergänzt. Dass er in die Rolle als Vater hineingewachsen ist, führt Roland vor allem auf seine Frau zurück. An ihrer Seite habe er den Mut gefunden, sich ganz auf Familie einzulassen. Ihre Liebe, ihre Bodenständigkeit und ihre Klarheit hätten ihm die Sicherheit gegeben, diesen Schritt zu gehen – mit Haut und Haaren.