„Ich will wieder lächeln“ – Franziska Preuß meldet sich nach bitterem Olympia-Moment zurück

Mehr als einen Tag lang herrschte Funkstille. Nach dem dramatischen Rückschlag in der Staffel war es still um Franziska Preuß geworden. Die Enttäuschung saß tief – erst später fand die 31-Jährige die Kraft, öffentlich Stellung zu beziehen. Ihr Blick richtet sich nun nach vorn: auf das letzte Rennen ihrer olympischen Karriere in Antholz.

Im entscheidenden Moment der Frauen-Staffel passierte es. In Führung liegend musste Preuß in die Strafrunde – ein Fehler, der dem deutschen Quartett mit Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt wohl die Medaille kostete. Am Ende blieb nur Platz vier. Wieder hatte sie im entscheidenden Augenblick die Nerven verloren. Ähnliches war ihr bereits im Einzel und in der Verfolgung passiert, als Fehler im letzten Stehendschießen wertvolle Chancen zunichtemachten.

Mit Tränen in den Augen verließ sie die Südtirol Arena, ohne ein Wort zu sagen. Auch am offiziellen Training am Tag danach nahm sie nicht teil. Die Verarbeitung dieses Moments brauchte Zeit. In einer Mitteilung erklärte sie später, wie leid ihr das Geschehene tue – vor allem für ihre Teamkolleginnen und das gesamte Team. Die Stimmung sei verständlicherweise gedrückt gewesen.

Die Situation belastet sie besonders, weil sich solche Momente durch den gesamten Winter ziehen. Immer wieder habe sie versucht, neue Wege zu finden, sich mental aufzubauen. Doch sobald sie auf der Matte stehe, fühle es sich manchmal wie ein Blackout an. Diese Ehrlichkeit zeigt, wie sehr der Druck an ihr nagt.

Trotzdem gibt sie nicht auf. Für das abschließende Massenstart-Rennen am Samstag hat sie sich ein klares Ziel gesetzt: mit einem Lächeln an den Start gehen und die Freude am Biathlon wieder spüren. Auf dem Weg zu ihrem letzten großen Auftritt vor dem Karriereende versucht sie, den Kopf freizubekommen – auch wenn das in der olympischen Blase alles andere als leicht ist.

Eigentlich war sie mit der Hoffnung nach Antholz gereist, sich endlich eine Einzelmedaille bei einem großen Highlight zu sichern. Drei Versuche blieben bislang ohne Erfolg, doch eine Chance hat sie noch. Zum Auftakt der Spiele holte sie mit der deutschen Mixed-Staffel Bronze – bislang der einzige Podestplatz für das Team. Insgesamt stehen neun Rennen ohne weiteren Erfolg zu Buche, was auf die schwächsten Olympischen Spiele seit 1992 hinauslaufen könnte. Seit Männer und Frauen gemeinsam antreten, hatte Deutschland immer mindestens zwei Medaillen geholt.