Heute gilt Heidi Klum als eine der erfolgreichsten Deutschen im internationalen Showgeschäft. Doch der Weg dorthin war alles andere als leicht. In ihrer Dokumentation „On & Off the Catwalk“ erinnert sich die 52-Jährige an eine Zeit, in der der Glanz der Branche noch viele Schatten hatte.
Ihr Durchbruch kam 1992, als sie sich in der Show „Gottschalk“ bei „Model 92“ gegen rund 30.000 Mitbewerberinnen durchsetzte. Der Sieg brachte ihr 300.000 Mark ein – Geld, mit dem sie sich ihre erste eigene Wohnung kaufte. Über Nacht war sie in Deutschland bekannt. Doch während nach außen alles nach Märchen klang, sah die Realität hinter den Kulissen anders aus.

Heidi spricht offen darüber, wie groß der Druck damals war. Kunden hätten Models deutlich anders behandelt als heute. Besonders schockierend: Ihr wurden sogar Pillen angeboten, um noch mehr Gewicht zu verlieren. „Ich habe nie diese Pillen genommen“, stellt sie klar. Verzweifelt sei sie nie gewesen – auch wenn die Situation schwierig war.
Hinzu kamen abwertende Kommentare aus der Modewelt. Selbst große Namen wie Karl Lagerfeld glaubten nicht an sie. Als er damals nach ihr gefragt wurde, meinte er kühl, man kenne sie in Paris nicht. Solche Aussagen trafen sie, gibt Heidi zu. Sie sei jung gewesen, habe sich alles angehört – und natürlich auch gezweifelt.
Neben Kritik und Druck bekam sie auch zweifelhafte Einladungen. Es seien Dinner angeboten worden, bei denen angeblich Jobs besprochen werden sollten. Am Ende habe es diese Jobs jedoch gar nicht gegeben. Für Heidi war das unseriös – und ein weiteres Zeichen dafür, wie hart das Geschäft sein kann.

Trotz all dieser Erfahrungen ließ sie sich nicht vom Weg abbringen. Statt sich verbiegen zu lassen, blieb sie sich treu. Heute blickt sie auf eine beeindruckende Karriere zurück. Die Wohnung, die sie sich von ihrem ersten großen Preisgeld kaufte, besitzt sie übrigens noch immer.
Privat ist Heidi seit 2019 mit Tom Kaulitz verheiratet und Mutter von vier Kindern. Zwei von ihnen, Leni Klum und Henry Samuel, stehen inzwischen selbst vor der Kamera. Was als schwieriger Start begann, wurde für sie zu einer Erfolgsgeschichte – ohne Pillen, ohne falsche Versprechen.