Während andere morgens entspannt in den Tag starten, hat Dieter Bohlen längst den Laptop aufgeklappt. Für den 72-Jährigen beginnt der Alltag nicht mit Musik, sondern mit Zahlen, Kursen und Prognosen. Rund fünf Stunden täglich widmet er sich einer Leidenschaft, die mit Pop-Hits nichts zu tun hat: der Börse.
Schon am frühen Morgen verschafft er sich einen Überblick über die Entwicklungen an den Märkten. Richtig spannend wird es für ihn am Nachmittag. Punkt 15 Uhr deutscher Zeit richtet sich sein Blick in die USA, wenn dort der Handel startet. Für Bohlen ist klar: Was in Amerika passiert, hat direkte Auswirkungen auf Deutschland. Fällt der Markt drüben, wackeln hier die Kurse meist mit.

Einen Finanzberater sucht man an seiner Seite vergeblich. Der Musiker trifft seine Entscheidungen selbst. Unterstützung bekommt er lediglich von einem engen Freund, doch die Verantwortung trägt er allein. Über die Jahre hat er sich ein beachtliches Wissen aufgebaut – und teilt seine Erfahrungen gern.
Sein wichtigster Rat klingt simpel: früh anfangen. Wer rechtzeitig investiert, habe es deutlich leichter, langfristig Fehler zu vermeiden. In seinem Depot landen vor allem Aktien großer Unternehmen aus den USA und Deutschland. Turbulenzen schrecken ihn grundsätzlich nicht ab. Wenn die Kurse abstürzen, lautet seine Devise: Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen.

Kryptowährungen lässt er derzeit außen vor. Die Idee, dass Bitcoin Gold ersetzen könnte, überzeugt ihn momentan nicht. Trotzdem gibt er offen zu, dass er bei Geldfragen nicht immer nur rational entscheidet. Manchmal lasse er sich zu sehr vom Bauchgefühl leiten.
Verluste treffen ihn besonders hart. Für Bohlen ist Geld schließlich das Ergebnis harter Arbeit – und wenn es weniger wird, schmerzt das. Ganz anders seine Partnerin Carina. Sie bleibt selbst dann gelassen, wenn Werte deutlich nachgeben. Während sie bei einem Minus von 20 Prozent ruhig bleibt, gerät er schon bei zwei Prozent ins Schwitzen.
Seit vielen Jahren gehen Dieter und Carina gemeinsam durchs Leben und haben zwei Kinder. Trotz aller Nervosität betont der 72-Jährige, dass er keine gravierenden Fehlentscheidungen getroffen habe. Für ihn ist klar: Geduld ist an der Börse wichtiger als jeder schnelle Gewinn.