Sandra Hüller veränderte sich für ihre Filmrolle – so bereitete sie sich darauf vor

Für ihre neue Rolle im historischen Drama „Rose“ ging Sandra Hüller an ihre körperlichen Grenzen. Die 47-jährige Schauspielerin spielt darin eine Frau, die sich in einem Dorf des 17. Jahrhunderts als Mann ausgibt, um zu überleben. Diese ungewöhnliche Figur verlangte ihr mehr ab, als sie zunächst erwartet hatte.

Wie Hüller erklärte, blieb die intensive Vorbereitung nicht ohne Folgen. Während der Dreharbeiten bemerkte sie deutlich, dass sich ihr Körpergefühl veränderte. „Ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass sich meine Körperlichkeit in dieser Zeit verändert hat“, sagte die Schauspielerin.

Der Grund dafür lag vor allem in den körperlichen Anforderungen der Rolle. Die Art zu gehen, die schwere Rüstung, die sichtbare Narbe und das Gewicht der Schuhe beeinflussten ihre Bewegungen stark. All das zwang sie dazu, ihren Körper völlig anders einzusetzen als gewohnt.

Regisseur Markus Schleinzer verlangte für die Rolle eine spezielle Vorbereitung. Dazu gehörten Krafttraining und Kampfübungen. Ziel war es, dass Hüller glaubhaft eine Person darstellen konnte, die sich im Notfall verteidigen kann.

Die Schauspielerin beschreibt diese Trainingsphase überraschend gelassen. Sie sei zwar nicht so weit gegangen, dass sie in einem Actionfilm hätte auftreten können, doch sie hätte gewusst, wie man sich verteidigt. „Das fand ich eigentlich gar nicht so schwer“, erklärte sie.

Viel anspruchsvoller sei etwas anderes gewesen: die psychische Spannung der Figur aufrechtzuerhalten. In der Geschichte lebt ihre Rolle ständig mit dem Risiko, enttarnt zu werden. Deshalb musste sie während des Spiels immer aufmerksam bleiben.

Ihre Figur müsse ständig beobachten, wer sich nähert, wer etwas bemerken könnte und wann sie wirklich allein ist. Gleichzeitig darf sie ihre wahre Identität nicht preisgeben. Dieses dauerhafte Spiel mit der Gefahr sei deutlich anstrengender gewesen als das körperliche Training.

Der Film „Rose“ lief im Wettbewerb der Berlinale gemeinsam mit 21 weiteren Produktionen und galt als ernstzunehmender Kandidat für den Goldenen Bären.

Am Ende erhielt Sandra Hüller für ihre intensive Darstellung den Silbernen Bären als beste Schauspielerin. Für die deutsche Darstellerin, die bereits mit ihrer Rolle in „Anatomy of a Case“ international Aufmerksamkeit erregte, markiert diese Auszeichnung einen weiteren wichtigen Schritt in ihrer Karriere. Schon vor der Preisverleihung war ihr Name immer wieder als mögliche Gewinnerin genannt worden.