Bettina Tietjen wird deutlich: Warum sie sich mehr Offenheit von Prominenten wünscht

Bettina Tietjen gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten Gesichtern des NDR. Mit Formaten wie der „NDR Talk Show“ oder „DAS! Rote Sofa“ ist sie für viele Zuschauer eine feste Größe. Nun steht für die 66-Jährige ein Abschied an: Am Karfreitag, dem 2. April, wird sie nach rund zwei Jahrzehnten ein letztes Mal im „DAS! Kochstudio“ vor der Kamera stehen.

In einer neuen Folge des Podcasts „Hotel Matze“ blickt sie auf ihren Weg zurück – und spricht dabei überraschend offen über sich selbst. Früher habe sie davon geträumt, eine besonders außergewöhnliche Persönlichkeit zu sein, erzählt sie. Heute sehe sie das ganz anders: „Das bin ich einfach nicht.“ Stattdessen beschreibt sie sich selbst als jemanden, der gut zuhören kann und Gespräche führt, aber eben ohne große Inszenierung. „Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich eigentlich ziemlich durchschnittlich bin“, sagt sie ehrlich.

Für Tietjen ist genau das jedoch kein Nachteil. Im Gegenteil: Authentizität ist für sie der Schlüssel. „Sei einfach du selbst. Das muss man nicht lernen“, erklärt sie. Eine Rolle zu spielen sei dagegen viel anstrengender und auf Dauer kaum durchzuhalten. Diese Haltung prägt auch ihren Stil als Moderatorin.

Im Gespräch mit Gastgeber Matze Hielscher wird deutlich, wie wichtig ihr eine angenehme Atmosphäre ist. Sie setzt nicht auf Konfrontation, sondern darauf, dass sich ihre Gäste wohlfühlen. „Nur wenn sich jemand wohlfühlt, öffnet er sich auch“, erklärt sie. Für sie ist es ein Erfolg, wenn Menschen nach einer Sendung das Gefühl haben, ein Stück leichter geworden zu sein. Die Welt könne sie zwar nicht verändern, aber sie könne zumindest für einen Moment Ruhe und gute Stimmung schaffen.

Überraschend deutlich wird Tietjen, wenn es um den Umgang von Prominenten mit ihrem Privatleben geht. Sie zeigt wenig Verständnis für Stars, die diesen Bereich komplett abschotten. „Ich frage mich: Was ist eigentlich ein Privatleben? Das macht doch einen Menschen aus“, sagt sie. Gleichzeitig räumt sie ein, dass sie vielleicht selbst nicht berühmt genug sei, um diese Haltung vollständig nachvollziehen zu können.

Auch über ihre eigene Wahrnehmung spricht sie offen. Im Alltag, etwa beim Einkaufen, fühle sie sich oft ganz normal und wenig beachtet. Doch im Fernsehen sei sie ständig präsent. „Man kann mich ausschalten, wenn man will – aber die Leute tun es nicht. Sie schauen zu“, stellt sie fest.

Mit ihrer direkten, aber ruhigen Art bleibt Bettina Tietjen sich treu – und zeigt einmal mehr, dass für sie echte Gespräche und ein authentisches Auftreten wichtiger sind als jede Inszenierung.