Für Tochter Zoë: Boris Becker zieht sich zurück – und setzt plötzlich neue Prioritäten

Ein Schritt, der viele überrascht, aber für ihn selbst längst feststeht: Boris Becker beendet seine Karriere als Trainer. Nach Jahren am Spielfeldrand zieht sich die Tennislegende bewusst zurück – und der Grund dafür ist persönlicher als jede sportliche Entscheidung zuvor.

Der 58-Jährige hat in seinem Leben nahezu alles erreicht, was im Tennis möglich ist. Als jüngster Wimbledon-Sieger schrieb er Geschichte, gewann insgesamt sechs Grand-Slam-Titel und wurde zu einem der prägendsten Gesichter des Sports. Doch heute geht es für ihn nicht mehr um Trophäen oder Turniere.

Seit November 2025 hat sich sein Alltag grundlegend verändert. Gemeinsam mit seiner Frau Lilian de Carvalho Monteiro wurde er Vater einer Tochter: Zoë Vittoria. Für Becker, der bereits Vater von fünf Kindern ist, bedeutet dieses neue Kapitel eine klare Verschiebung seiner Prioritäten.

Bei einem Auftritt im Rahmen der Laureus World Sports Awards in Madrid machte er deutlich, dass seine Entscheidung endgültig ist. Angebote als Trainer – auch von bekannten Spielern – habe er bewusst abgelehnt. Die intensive Arbeit auf dem Platz passt nicht mehr zu dem Leben, das er jetzt führen möchte.

Dabei blickt Becker ohne Bitterkeit auf seine Zeit als Coach zurück. Im Gegenteil: Er spricht offen von einer erfüllenden Phase. Unter seiner Anleitung arbeiteten unter anderem Topstars wie Novak Djokovic und Holger Rune erfolgreich an ihrer Karriere.

Doch der Fokus hat sich verschoben. Statt täglicher Trainingsstunden und Turnierreisen stehen nun andere Projekte im Vordergrund. Becker interessiert sich verstärkt für mediale Aufgaben, die ihm mehr Freiheit geben – und vor allem mehr Zeit für seine Familie.

„Ich habe eine neue Lebensphase begonnen“, macht er deutlich. Die Geburt seiner Tochter habe seinen Blick auf Zeit und Verantwortung verändert. Es gehe ihm heute darum, präsenter zu sein und die wichtigen Momente nicht zu verpassen.

Ganz verschwinden wird er aus der Tenniswelt dennoch nicht. Becker schließt nicht aus, weiterhin im Hintergrund beratend tätig zu sein. Wenn ihn ehemalige Schützlinge um Rat bitten, steht er ihnen weiterhin zur Seite – allerdings unter klaren Bedingungen: ohne Öffentlichkeit und ohne Rückkehr auf den Trainingsplatz.

Seine Entscheidung wirkt ruhig, durchdacht und konsequent. Ein Mann, der einst für seinen unermüdlichen Ehrgeiz bekannt war, setzt heute andere Prioritäten – und stellt sein Familienleben bewusst an erste Stelle.