Matthias Koeberlin kämpft mit seiner Höhenangst – und das vor der Kamera

Für viele ist es nur eine Szene – für Matthias Koeberlin wird sie zur echten Prüfung. In der neuen Folge der ZDF-Reihe „Die Toten vom Bodensee“ steht der Schauspieler nicht nur vor der Kamera unter Druck, sondern kämpft gegen eine Angst, die ihn schon sein ganzes Leben begleitet.

In der Episode „Schicksalsrad“ muss seine Figur, Kommissar Micha Oberländer, in ein Riesenrad steigen. Was nach einer gewöhnlichen Filmszene klingt, trifft Koeberlin persönlich ins Mark: Der 52-Jährige leidet seit seiner Kindheit unter starker Höhenangst.

Er selbst beschreibt dieses Gefühl als ständigen Begleiter. Schon immer habe ihn die Angst vor großen Höhen begleitet – und mit den Jahren sei sie sogar intensiver geworden. Im Alltag versuche er daher konsequent, solche Situationen zu vermeiden. Doch am Set funktioniert das nicht.

Gerade diese Überschneidung zwischen Rolle und Realität wird für ihn zu einer besonderen Herausforderung – aber auch zu einer Chance. Wenn die Figur ähnliche Ängste durchlebt, könne er diese Emotionen direkt in sein Spiel einfließen lassen. Trotzdem bleibe die Belastung bestehen. Die Angst verschwindet nicht einfach, nur weil sie Teil der Szene ist.

Als er erfährt, dass das Drehbuch ihn in luftige Höhen zwingt, reagiert Koeberlin zunächst zurückhaltend. Solche Situationen sind für ihn kein Neuland, aber angenehm sind sie keineswegs. Dennoch stellt er sich der Aufgabe – so gut es eben geht. Mentale Vorbereitung gehört für ihn in solchen Momenten genauso dazu wie der Versuch, die Kontrolle zu behalten.

Am Set zeigt sich das Team verständnisvoll. Alle Beteiligten wissen um seine Angst und gestalten die Dreharbeiten entsprechend. Szenen in der Höhe werden auf das Nötigste reduziert und so effizient wie möglich umgesetzt, um die Belastung für den Schauspieler gering zu halten.

Während der eigentlichen Aufnahmen gelingt es Koeberlin, professionell zu bleiben. Die größte Herausforderung lauert jedoch zwischen den Takes. In diesen Momenten muss er sich besonders konzentrieren, um die Kontrolle über seine Angst zu behalten. Atemübungen helfen ihm dabei – und auch Humor spielt eine wichtige Rolle, um die Situation zu entschärfen.

Privat meidet er alles, was mit Höhe zu tun hat. Zwar besucht er gern mit seinem Sohn Jahrmärkte, doch bei bestimmten Fahrgeschäften hält er sich bewusst zurück. Achterbahnen überlässt er lieber dem Nachwuchs – nicht zuletzt, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Rückblickend auf seine jahrzehntelange Karriere hat Koeberlin viele körperlich fordernde Drehs erlebt. Besonders intensiv erinnert er sich an Aufnahmen auf offener See in Kroatien. Zwei Tage lang musste er unter schwierigen Bedingungen im Wasser arbeiten, schwimmen und tauchen – eine Erfahrung, die ihn an seine Grenzen brachte.

Seit 2014 steht er für „Die Toten vom Bodensee“ vor der Kamera. Trotz der langen Zeit hat die Rolle für ihn nichts von ihrer Faszination verloren. Immer wieder finde er neue Facetten, um die Figur weiterzuentwickeln. Solange er das Gefühl habe, dass die Geschichte noch nicht auserzählt ist, denke er nicht ans Aufhören.

Auch wenn er seinen beruflichen Weg gelegentlich hinterfragt, steht eines für ihn fest: Ein Ausstieg kommt derzeit nicht infrage. Und sollte es irgendwann so weit sein, wünscht er sich keinen großen, dramatischen Abschied. Im Gegenteil – er bevorzugt leise, unaufgeregte Ausstiege, die nicht im Mittelpunkt stehen.