Verena Ofarim blickt zurück – warum sie erst durch eine schwere Zeit wirklich zu sich gefunden hat

Die Kulisse wirkt fast friedlich: der Tegernsee, ruhiges Wasser, ein Moment zum Durchatmen. Genau hier nimmt sich Verena Ofarim bewusst Zeit, um innezuhalten – und spricht so offen wie lange nicht über eine Phase, die ihr Leben nachhaltig verändert hat.

Sie beschreibt ein Gefühl, das viele kennen: Der Alltag wird irgendwann so laut, so dicht, dass man sich selbst kaum noch wahrnimmt. Termine reihen sich aneinander, Erwartungen von außen wachsen – und irgendwo dazwischen geht das eigene Gefühl verloren. Für Verena war genau das der Punkt, an dem sie gemerkt hat, dass etwas nicht mehr stimmt.

Rückblickend nennt sie diese Zeit ganz klar eine persönliche Krise. Es war nicht nur ein einzelner Auslöser, sondern ein Zusammenspiel aus vielen Dingen. Beruflich fühlte sie sich nicht mehr erfüllt, gleichzeitig kamen äußere Umstände dazu, die sie immer wieder ins Grübeln brachten. Es war, als würde sich alles langsam verschieben, ohne dass sie es sofort greifen konnte.

Ein Thema, das dabei eine große Rolle spielte, war ihre Ehe mit Gil Ofarim. Die beiden hatten Ende 2014 geheiratet, doch nur wenige Jahre später kam es zur Trennung. Was folgte, war kein leiser Abschied, sondern eine Phase voller Spannungen und schwieriger Entscheidungen. Besonders, wenn es um ihre beiden Kinder Leonard und Anouk ging, wurde vieles emotional und belastend.

Heute spricht sie darüber mit einer Offenheit, die zeigt, wie sehr sie diese Zeit verarbeitet hat. Sie erinnert sich daran, dass es damals Stimmen gab, die Zweifel geäußert haben. Menschen, die gewarnt haben. Doch für sie war klar: Sie musste ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Erfahrungen machen. Nur so konnte sie wirklich verstehen, was für sie richtig ist – und was nicht.

Diese Erfahrungen haben sie verändert. Nicht abrupt, sondern Schritt für Schritt. Aus Unsicherheit wurde Klarheit, aus Druck entstand eine neue Richtung. Sie begann, sich intensiver mit sich selbst zu beschäftigen, Entscheidungen bewusster zu treffen und sich nicht mehr von äußeren Erwartungen treiben zu lassen.

Heute arbeitet sie als Coach und begleitet Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Sie kennt das Gefühl, festzustecken, nicht weiterzuwissen oder sich selbst aus den Augen zu verlieren. Genau deshalb kann sie anderen auf eine Weise begegnen, die nicht theoretisch wirkt, sondern echt. Ihre eigene Geschichte ist dabei kein Geheimnis, sondern ein Teil dessen, was sie weitergibt.

Auch privat hat sich vieles neu sortiert. Seit 2022 ist sie wieder in einer Beziehung – diesmal deutlich ruhiger, fernab von öffentlichem Druck. Es wirkt stabil, unaufgeregt, fast bewusst gewählt. Ein Kontrast zu den Jahren davor, die von Veränderungen und Herausforderungen geprägt waren.

Am Tegernsee scheint all das greifbar zu werden: der Abstand, die Reflexion, der Blick nach vorn. Verena Ofarim wirkt heute wie jemand, der nicht nur durch eine schwierige Zeit gegangen ist – sondern daraus etwas Eigenes aufgebaut hat. Etwas, das bleibt.