Titel: Bahar Kızıl spricht über ihren Kinderwunsch nach dem Verlust eines Kindes: „Es ist immer noch ein tiefes Bedürfnis“

Bahar Kizil (37) war über zwanzig Jahre lang in der Öffentlichkeit und hat sich von einer Pop-Ikone bei „Popstars“ zu einer erfolgreichen Solokünstlerin entwickelt. In einem Interview mit der Abendzeitung (AZ) teilt sie nun ganz offen ihre persönlichen Erlebnisse – darunter auch ihre Auseinandersetzung mit Bodyshaming und eine schmerzhafte Fehlgeburt, die sie mit ihren Fans in ihrem Podcast „Recall“ bespricht.

Vor etwa anderthalb Jahrzehnten ging die Geschichte von Monrose zu Ende – die Girlband, die Bahar Kizil, Senna Gammour (46) und Mandy Capristo (36) durch den Sieg bei „Popstars“ ins Rampenlicht brachte. Heute haben sich Bahar und Senna versöhnt und starten gemeinsam einen Podcast, während der Kontakt zu Mandy nach Jahren des Schweigens vollständig abgebrochen ist. Doch Bahar blickt auch auf die schwierigen Seiten ihrer frühen Karriere zurück und spricht offen über die dunklen Momente, die sie während dieser Zeit erlebte.

„Es ist wichtig, eine weiche Seite zu behalten“, sagt Bahar in einem Gespräch auf dem Female Future Festival in München. Sie erklärt, dass es wichtig sei, im Showbusiness auch verletzlich sein zu dürfen, um nicht völlig zu verhärten. Gleichzeitig müsse man sich jedoch auch durchsetzen können – vor allem in einer von Männern dominierten Branche. Diese Gedanken teilt sie auch in ihrem Podcast, in dem sie über ihre Erfahrungen als junge Frau im Musikbusiness spricht, insbesondere über Bodyshaming und sexistisches Verhalten.

Bahar erinnert sich, dass sie in den 2000er Jahren mit subtilen Formen des Bodyshamings konfrontiert war, etwa mit dem Verbot, Salatdressing zu essen oder den ständigen Kommentaren über ein paar Kilos zu viel. Auch wenn sie damals selbst keine Probleme mit ihrem Körper hatte, betrachtet sie diese Erfahrungen heute mit kritischen Augen. „Das war damals leider normal, aber heute ist das einfach nicht mehr okay“, sagt sie.

Trotz der schwierigen Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit hat Bahar immer noch positive Erinnerungen an ihre Zeit bei Monrose. Sie beschreibt diese als eine der besten Zeiten ihres Lebens, obwohl sie die negativen Seiten heute aus einer anderen Perspektive sieht. „Es war ein Segen und ein Fluch zugleich“, sagt sie über ihre Monrose-Erfahrungen. Die damalige Zeit habe sie geprägt und ihr geholfen, die Künstlerin zu werden, die sie heute ist.

Heute ist Bahar Kizil eine unabhängige Solokünstlerin, die Musik mit einer Botschaft macht. Sie erzählt in ihren Songs Geschichten über ihre Erfahrungen als Kind von Einwanderern und setzt sich für feministische Themen und die Stimmen derjenigen ein, die oft übersehen werden. Ihre Musik hat heute eine größere Authentizität als zu Zeiten von Monrose, und Bahar fühlt sich freier, ihre Themen zu wählen.

Doch trotz ihres Erfolgs als Solokünstlerin spricht sie auch über die Herausforderungen, die ihre Vergangenheit mit sich bringt. „Es ist ein Segen und ein Fluch“, sagt sie über ihren Bekanntheitsgrad. Auf der einen Seite öffnet er Türen, weil die Menschen sofort wissen, wer sie ist. Auf der anderen Seite wird sie immer wieder mit ihrer Vergangenheit verglichen, was ihre Arbeit als Solokünstlerin erschwert.

Im Gespräch mit der AZ geht es auch um ein sehr persönliches Thema: Bahar spricht offen über ihre Fehlgeburt und die damit verbundenen emotionalen Herausforderungen. „Ich wollte immer Kinder haben“, erklärt sie, „und für mich gab es nie die Frage, das Kind zu bekommen.“ Doch der Verlust war ein tiefer emotionaler Schlag, und Bahar gesteht, dass sie noch immer mit der Erfahrung zu kämpfen hat. „Es war eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle, und ich verarbeite es wahrscheinlich immer noch“, sagt sie.

„Es gibt immer noch den Wunsch, Kinder zu haben“, fügt sie hinzu. Sie spricht über die Ängste, die mit einer Fehlgeburt und der Vorstellung, noch einmal schwanger zu werden, verbunden sind, besonders mit dem Wissen, dass sie sich dem 40. Lebensjahr nähert. „Es ist nicht einfach und risikoreicher, aber es ist immer noch ein tiefes Bedürfnis, und wir sehen, was die Zukunft bringt“, sagt Bahar.

Trotz der Ängste bleibt der Wunsch nach Kindern und einer Familie bei Bahar bestehen. Sie hat die Hoffnung, dass dieser Traum eines Tages Realität werden kann, auch wenn sie momentan eine vorsichtige Haltung einnimmt. Ihre Offenheit und ihre Bereitschaft, solche persönlichen Themen zu teilen, haben nicht nur die Aufmerksamkeit ihrer Fans gewonnen, sondern auch eine wichtige Diskussion über das Tabuthema Fehlgeburt und Frauenrechte angestoßen.