Claudia Effenberg nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um das Bild der „Fußballfrau“ geht. Im Gespräch mit Content Creator Thommy Berglmeir spricht die 60-Jährige offen über Rollenklischees, Erwartungen und Eigenständigkeit.
Die Öffentlichkeit interessiert sich zunehmend für die Partnerinnen bekannter Fußballer – Beispiele sind Cathy Hummels oder Verena Kerth. Mit der bevorstehenden Weltmeisterschaft geraten die Frauen an der Seite der Spieler erneut ins Rampenlicht. Claudia Effenberg kennt dieses Leben aus erster Hand: Sie ist seit 2004 mit Stefan Effenberg verheiratet, der große Erfolge mit dem FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft feierte. Zuvor war sie mit dem früheren Profi Thomas Strunz liiert.
„Ein bekannter Name kann Türen öffnen, ersetzt aber keine Fähigkeiten“, erklärt Effenberg. Sie betont, dass es für den langfristigen Erfolg nicht reicht, einfach mit einem berühmten Fußballer zusammen zu sein. „Man muss schon etwas draufhaben. Wer geistig leer ist, dem nützt die Verbindung zu einem Fußballer nichts“, stellt sie klar.

Auch die Verantwortung der Spieler selbst ist ihr wichtig. Außenstehend wirkt das Leben der Fußballfrauen oft glamourös: Kaviar, Yachten, Luxus. Doch Claudia Effenberg glaubt, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Partnerinnen nur repräsentierten und sich ansonsten zurückhielten. Nur wenn der Spieler selbst dieses Rollenbild unterstützt, könne dies gerechtfertigt sein. „Wenn er sagt: ‚Ich will nur ein hübsches Accessoire an meiner Seite.‘ Dann liegt es an ihm“, sagt sie. In solchen Fällen würde der Profi selbst dafür sorgen, dass seine Partnerin nicht als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen wird.

„Ich habe immer mein eigenes Ding gemacht“, betont Effenberg. Sie habe sich nie auf die Rolle eines bloßen Beiwerks reduzieren lassen. Auch viele andere Fußballfrauen, die sie im Laufe der Jahre kennengelernt hat, legen großen Wert auf Selbstverwirklichung und eigene Wege.
Schon vor ihren Beziehungen zu Fußballern hatte Claudia Effenberg Karriereerfolge. Mit 19 zog sie nach München, arbeitete als Model, zierte unter anderem die Cover der deutschen Vogue, gründete später das Label CE Design und entwarf eigene Dirndl. Auch heute ist sie durch Reality-TV und öffentliche Auftritte ein bekanntes Gesicht im Fernsehen.