Diane Kruger spricht ein Thema an, das sie schon lange beschäftigt. Die Schauspielerin wünscht sich, dass Frauen einander stärker unterstützen, statt sich gegenseitig zu messen. Konkurrenz und unterschiedliche Meinungen seien normal, sagt sie, doch sie dürften nicht den Blick auf das Gemeinsame verstellen. Für Kruger steht fest: Frauen sollten sich mehr als Verbündete begreifen.
Sie beschreibt, dass Männer seit jeher von festen Netzwerken profitieren. Dieses Prinzip gegenseitiger Rückendeckung habe ihnen oft Vorteile verschafft. Frauen hingegen seien über lange Zeit bewusst gegeneinander ausgespielt worden. Genau das wolle sie hinterfragen. Für sie geht es nicht um Gleichförmigkeit, sondern um Selbstverständlichkeit im Zusammenhalt.

Dieses Thema spiegelt sich auch in ihrer aktuellen Arbeit wider. In der neuen Serie The Seduction spielt Kruger eine wohlhabende, unabhängige Frau, die eine jüngere Adelige in die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts einführt. Die Beziehung der beiden Figuren zeigt, wie kraftvoll es sein kann, wenn Frauen erkennen, was möglich wird, sobald sie an einem Strang ziehen.
Die Serie ist eine der ersten großen Produktionen von HBO Max in Deutschland und basiert lose auf dem Roman Gefährliche Liebschaften von Choderlos de Laclos. Für Diane Kruger ist das Projekt mehr als historische Unterhaltung. Es erzählt von Macht, Einfluss und davon, wie Solidarität entstehen kann, selbst in einem Umfeld, das Frauen lange klein gehalten hat.