„Das ist meine Bühne“: Juliane Seyfarth steht zu ihren freizügigen Bildern

Noch bevor die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo vom 6. bis 22. Februar starten, sorgt eine deutsche Athletin für Gesprächsstoff abseits der Schanze. Juliane Seyfarth zeigt sich online selbstbewusst und offen – und erklärt, warum sie sich dafür nicht rechtfertigt.

Die 35-Jährige ist mit Aufmerksamkeit vertraut. Bereits 2021 posierte sie für den Playboy, aktuell ist sie sogar auf dem Cover der Sonderausgabe „Die 30 schönsten Olympia-Stars“ zu sehen. Doch für Seyfarth ist das nur ein Teil ihres Ausdrucks. Längst hat sie für ihre künstlerische Seite einen eigenen Raum geschaffen.

Neben ihrem klassischen Instagram-Auftritt betreibt sie ein zweites Profil unter dem Künstlernamen Nayeli Rose. Dort zeigt sie sich deutlich freizügiger, legt aber großen Wert auf Ästhetik und Konzept. Für sie sind diese Bilder Kunst – klar getrennt vom Leistungssport. Sie erklärt, man kenne sie im Skispringen als Juliane, alles andere verdiene eine eigene kleine Bühne.

Der Zuspruch gibt ihr recht. Mehr als 58.000 Menschen folgen dem zweiten Account, nur rund 15.000 weniger als ihrem Hauptprofil. Besonders das Feedback von Frauen bedeutet ihr viel. Komplimente von ihnen empfinde sie als besonders wertvoll, weil dabei der künstlerische Anspruch im Mittelpunkt stehe und nicht nur der Körper. Einige sehen ihre Aufnahmen als Inspiration, wünschen sich sogar gemeinsame Shootings.

Vereinzelte sexistische Kommentare lässt Seyfarth an sich abprallen. Sie betont, dass fast ausschließlich positive Reaktionen überwiegen. Genau dieser Rückhalt gibt ihr Kraft – auch für ihre sportlichen Ziele.

Denn die sind hoch gesteckt. Juliane Seyfarth nimmt zum dritten Mal an Olympischen Winterspielen teil. Ein persönlicher Höhepunkt wartet am 15. Februar auf der Großschanze. Zum ersten Mal wird dort bei Olympia gesprungen, und genau diese Schanze liebt sie. Bereits am Samstag steht zudem der Wettbewerb auf der Normalschanze an.

Seyfarth zeigt damit, dass Selbstbestimmung und Spitzensport kein Widerspruch sind. Auf der Schanze zählt Leistung, privat erlaubt sie sich Ausdruck und Kunst. Beides gehört für sie zusammen.