Jahrelang stand ein Leipziger Hotelmitarbeiter plötzlich im Zentrum eines öffentlichen Skandals. Nun erlebt Markus W. eine völlig andere Seite der Aufmerksamkeit: Hunderte Menschen haben Geld gesammelt, um ihm nach den schwierigen Jahren Unterstützung zu zeigen.
Auslöser war eine Spendenaktion, die Mitte Februar gestartet wurde. Initiator war Influencer und Reality-TV-Kommentator Sanijel Jakimovski. Sein Ziel: dem Leipziger Hotelangestellten ein Zeichen der Anerkennung und Solidarität zu geben, nachdem dieser lange im Mittelpunkt der Diskussion rund um Gil Ofarim stand.

Die Resonanz fiel deutlich größer aus als erwartet. Insgesamt kamen 20.635 Euro zusammen. Am Montag wurde die komplette Summe an Markus W. überwiesen, wie Jakimovski auf Instagram mitteilte.
An der Aktion beteiligten sich rund 930 Menschen. Im Durchschnitt spendete jede Person 21,23 Euro. Laut Jakimovski stammten fast 70 Prozent der Spenden von Frauen.
Für ihn stand jedoch nicht die Höhe der einzelnen Beiträge im Vordergrund. „Ob ein Euro oder hundert Euro – jeder einzelne Cent war ein Zeichen gegen Ungerechtigkeit“, schrieb er und bedankte sich bei allen Unterstützern für die starke Solidarität.
Der Hintergrund der Spendenaktion liegt im sogenannten Ofarim-Fall. Der Sänger hatte 2021 öffentlich behauptet, ein Mitarbeiter eines Leipziger Hotels habe ihn aus antisemitischen Gründen abgewiesen.
Doch Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und Ermittlungen ergaben später keinen Beleg für einen solchen Vorfall. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage gegen Ofarim wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung.
Im November 2023 räumte Gil Ofarim vor dem Landgericht Leipzig schließlich ein, dass die Anschuldigungen nicht zutrafen. Das Verfahren wurde anschließend gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.
Teil dieser Vereinbarung war auch eine Zahlung von 20.000 Euro Schadenersatz an Markus W.
Die aktuelle Spendenaktion kam nach Ofarims Auftritt in der Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ erneut ins Gespräch. Dort sprach der Musiker noch einmal über den Fall.

Für Markus W. selbst bedeutet die Unterstützung vor allem eines: Anerkennung nach einer belastenden Zeit. Nach dem Eingang der Spenden erklärte er, einen Teil des Geldes an gemeinnützige Organisationen weitergeben zu wollen.
Unter anderem sollen HateAid, eine Initiative gegen Hass im Internet, sowie der Verein Minilöwen e.V., der Familien mit Frühgeborenen unterstützt, davon profitieren.
Ein weiterer Teil sei für etwas reserviert, das ihm in den vergangenen Jahren oft gefehlt habe: Zeit für sich selbst und seine Familie.
Zum Abschluss richtete Markus W. einige Worte an alle Unterstützer. Er sei „unglaublich dankbar“ für die Hilfe und wisse die Solidarität sehr zu schätzen.