Heute kennt man Betty Taube als starke Frau auf der Bühne von „Let’s Dance“. Doch hinter ihrem Lächeln steckt eine Vergangenheit, die lange im Schatten lag. Jetzt spricht die 31-Jährige erneut über ihre Kindheit – und über ihre Mutter, die ihr Leben geprägt hat.
Bis zu ihrem neunten Lebensjahr lebte Betty bei ihrer leiblichen Mutter. Diese war alleinerziehend und kämpfte schon vor Bettys Geburt mit Alkoholproblemen. Für ein Kind bedeutete das kein normales Zuhause. Betty beschreibt diese Zeit als geprägt von Angst, Unsicherheit und Situationen, die kein Kind erleben sollte.
Im Gespräch erinnert sie sich daran, wie Gewalt zum Alltag gehörte. Es gab körperliche und seelische Übergriffe, die sie lange mit sich getragen hat. Sie erzählt auch, dass sie gelernt hatte, ihre Verletzungen zu erklären – als harmlose Spielunfälle, wenn jemand nachfragte.
Besonders erschütternd sind die Erinnerungen an einzelne Momente, die sich tief eingebrannt haben. Einmal soll ihre Mutter sie sogar mit einem Messer verfolgt haben. Die Spuren davon versuchte sie später zu verstecken – mit bunten Aufklebern, die die Schäden überdecken sollten. Für Außenstehende blieb vieles unsichtbar.

Nach außen zeigte sich ihre Mutter ganz anders. In ihrem Beruf als Hebamme wurde sie geschätzt und bewundert. Für Betty war das schwer zu begreifen. Während andere sie lobten, erlebte sie zuhause eine völlig andere Realität. Nur selten gab es Momente, in denen sie ihre Mutter so erlebte, wie sie es sich gewünscht hätte – ruhig, liebevoll, nahbar.
Auch die Behörden griffen lange nicht ein, obwohl Hinweise von Nachbarn und der Familie vorlagen. Erst später wurde Betty schließlich in ein Kinderheim gebracht. Rückblickend beschreibt sie diesen Schritt als Wendepunkt – als Beginn eines neuen Lebens.
Trotz allem spricht Betty heute ohne Hass über ihre Mutter. Sie betont, dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Für sie selbst war das ein Grund, sich bewusst gegen Alkohol zu entscheiden. Sie habe nie auch nur einen Schluck getrunken.

Ihre Mutter starb 2014, während Betty gerade an „Germany’s Next Topmodel“ teilnahm. Mit der Zeit und durch Therapie hat sie gelernt, mit ihrer Vergangenheit umzugehen. Und sie hat etwas geschafft, das nicht selbstverständlich ist: Sie hat vergeben.
Diese Geschichte ist keine einfache. Aber sie zeigt, wie viel Kraft es braucht, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen – und dennoch weiterzugehen.