Sebastian Vettel hat sich einer völlig neuen Herausforderung gestellt – und dabei direkt ein starkes Zeichen gesetzt. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister lief am 26. April seinen ersten Marathon in London und erreichte ein Ziel, an dem viele scheitern: Er blieb unter der Drei-Stunden-Marke.
Für die 42,195 Kilometer durch die britische Hauptstadt benötigte der 38-Jährige exakt 2:59:08 Stunden. Damit knackte er eine Zeit, die unter Hobbyläufern als besondere Grenze gilt. Zwar lag er deutlich hinter der aktuellen Weltbestzeit von Sebastian Sawe, doch für ein Debüt ist seine Leistung bemerkenswert.
Sebastian Vettel interviewed after crossing the finish line of the London Marathon! He completed the Marathon in 2 hours, 59 minutes and 8 seconds! pic.twitter.com/hVOdw9Ie6U
— Soph #VB77 🏎 (@SophieTalksF1) April 26, 2026
Gemeinsam mit Tom Clarkson ging Vettel an den Start. Ihr Ziel war nicht nur sportlich, sondern auch sozial: Mit ihrer Teilnahme sammelten sie Spenden für die Organisationen Grand Prix Trust und Brain and Spine Foundation.
Nach dem Lauf zeigte sich Vettel sichtlich bewegt. Die Strecke habe sich für ihn sehr lang angefühlt, gab er zu. Da es sein erster Marathon war, habe er vorher nicht gewusst, was genau auf ihn zukommt. Umso mehr beeindruckte ihn die Stimmung entlang der Strecke.
Tausende Zuschauer säumten die Straßen und sorgten für eine besondere Atmosphäre. Für Vettel war genau das ein entscheidender Faktor: Die Energie der Menschen habe ihn getragen und den Lauf zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Am Ende überwog vor allem eines – die Erleichterung und Freude, überhaupt die Ziellinie erreicht zu haben.

Die Teilnahme war für ihn kein spontaner Entschluss. Schon lange habe er den Wunsch gehabt, einen Marathon zu laufen. Als jemand, der sich regelmäßig fit hält und viel trainiert, sei der Zeitpunkt irgendwann einfach gekommen. Mit dem Ziel, unter drei Stunden zu bleiben, setzte er sich selbst eine klare Marke – und erreichte sie.
Trotz aller Ambitionen betonte Vettel, dass ihm das Ankommen fast noch wichtiger gewesen sei als die Zeit. Die Erfahrung selbst habe ihn überzeugt, und er würde anderen raten, es ebenfalls zu versuchen.
Neben Vettel sorgte auch ein anderer Teilnehmer für Aufmerksamkeit. Sylvain Guintoli absolvierte die Strecke in voller Lederkombi – eine enorme zusätzliche Belastung.

Hinter seinem Lauf steckt eine persönliche Geschichte. Guintoli lief zugunsten der Organisation PASIC, die Familien mit krebskranken Kindern unterstützt. Der Anlass ist tragisch: Sein Sohn Luca verstarb im vergangenen Jahr an Krebs.
In seinen Worten wird deutlich, wie viel ihm dieser Lauf bedeutet. Er beschreibt seinen Sohn als außergewöhnlich mutig und stark. Die Organisation habe seiner Familie in der schwersten Zeit zur Seite gestanden. Mit seiner Teilnahme wollte er nicht nur helfen, sondern auch ein Zeichen setzen – gemeinsam mit seinen Töchtern, die ihn dabei unterstützen.
So wurde der Marathon in London nicht nur zu einem sportlichen Ereignis, sondern auch zu einem Tag voller persönlicher Geschichten, Emotionen und besonderer Momente.