Natalie Amiri berührt bei Preisverleihung – ruhige Worte über Mut bleiben im Gedächtnis

Es war einer dieser Abende, die mehr hinterlassen als nur Applaus. Über 400 Gäste versammelten sich am 24. April im Hamburger Edelfettwerk, um die „Strive“-Awards zu feiern – doch ein Moment stach besonders heraus und blieb vielen noch lange im Kopf.

Im Mittelpunkt: Natalie Amiri.

Die 47-jährige „Weltspiegel“-Moderatorin und Nahost-Expertin wurde in der Kategorie „Courage“ ausgezeichnet. Eine Ehrung, die nicht nur ihre journalistische Arbeit würdigt, sondern auch ihre Haltung. Als sie die Bühne betrat, war die Aufmerksamkeit im Raum sofort spürbar.

Doch was folgte, war mehr als eine klassische Dankesrede.

Natalie Amiri nutzte den Moment, um den Fokus von sich selbst wegzulenken – hin zu den Frauen, die sie über Jahre hinweg geprägt haben. Ihre Worte waren ruhig, klar und gleichzeitig voller Gewicht. „Ich habe Mut nicht im Studium gelernt oder im Fernsehstudio. Ich habe ihn von Frauen im Nahen Osten gelernt, besonders von den Frauen im Iran“, sagte sie.

Im Saal wurde es still.

Sie sprach von Frauen, die täglich mit Angst leben und trotzdem nicht schweigen. Frauen, die ihre Stimme erheben, obwohl sie genau wissen, welchen Preis das haben kann. Es war keine inszenierte Emotionalität, kein Pathos – sondern eine direkte, ehrliche Botschaft, die viele sichtbar berührte.

Natalie Amiri selbst hat deutsche und iranische Wurzeln. Genau diese Verbindung spiegelt sich in ihrer Arbeit wider – und offenbar auch in dem, was sie antreibt. Ihre Worte wirkten nicht wie ein vorbereiteter Text, sondern wie etwas, das tief aus persönlicher Erfahrung kommt.

Neben ihr wurden an diesem Abend fünf weitere Frauen ausgezeichnet: Lena Jensen erhielt den Impact Award, Dr. Alexandra Kohlmann wurde als Gamechanger geehrt, Lena Engel für Nachhaltigkeit ausgezeichnet, Eva Gengler für innovative Veränderungen und Christina Puello im Bereich Mobilität.

Doch der Abend bestand nicht nur aus Ehrungen.

Unter dem Motto „Strike a Pose“ wurde Mode bewusst als Ausdruck von Haltung inszeniert. In Zusammenarbeit mit der AMD Modeschule präsentierten Nachwuchsdesigner ihre Kreationen auf dem Laufsteg – getragen von bekannten Persönlichkeiten. Unter ihnen waren Céline Flores Willers sowie Kim Hnizdo, Gewinnerin von „Germany’s Next Topmodel“ 2016.

Auch musikalisch setzte der Abend Akzente: Katharina Wolff, Gründerin von „Strive“, stand selbst auf der Bühne und performte drei Songs live.

Trotz all dieser Programmpunkte blieb ein Moment besonders hängen – der Augenblick, in dem Natalie Amiri sprach und der Raum für einen kurzen Moment komplett still wurde.