Kurz vor ihrem Auftritt beim Eurovision Song Contest in Wien geriet Sarah Engels plötzlich in eine Diskussion, mit der sie wohl nicht gerechnet hatte. Die Sängerin gab dem österreichischen Podcast „Merci, Chérie“ ein Interview und sprach dort auch über das Thema Feminismus. Genau diese Antwort sorgte danach für viel Wirbel.
Auf die Frage, wie feministisch sie sei, erklärte die 33-Jährige unter anderem: „Ich würde jetzt nicht feministisch sagen, weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag Männer auch.“ Dieser Satz verbreitete sich schnell weiter und löste online heftige Reaktionen aus.
Viele Nutzerinnen und Nutzer störten sich daran, dass Feminismus in ihren Augen damit wieder mit Männerfeindlichkeit vermischt wurde. Unter dem Videoausschnitt sammelten sich zahlreiche kritische Kommentare. Eine Person schrieb sinngemäß, Feminismus werde wieder einmal darauf reduziert, Männer zu hassen. Eine andere forderte Sarah Engels auf, sich nach dem Eurovision-Stress noch einmal genauer mit dem Thema zu beschäftigen.
Die Kritik ließ die Sängerin nicht lange unkommentiert. Einige Tage später nutzte Sarah Engels eine Fragerunde auf Instagram, um ihre Sicht ausführlicher zu erklären. Dort wurde sie erneut darauf angesprochen, ob sie Feministin sei oder nicht.
Sarah machte deutlich, dass sie sich nicht zwingend über ein bestimmtes Wort definieren müsse, um zu wissen, wofür sie steht. „Ich kann Feministin sein, ohne mich mit diesem Label definieren zu müssen, um zu wissen, wofür ich stehe“, erklärte sie.

Die frühere DSDS-Zweitplatzierte betonte außerdem, dass Menschen, die sie kennen, genau wüssten, wie sehr sie Gleichberechtigung und gegenseitige Stärkung lebe. Für sie gehe es nicht darum, laut ein Etikett vor sich herzutragen, sondern darum, im Alltag Haltung zu zeigen.
Sarah Engels sprach auch darüber, warum sie mit dem Begriff Feminismus offenbar vorsichtig umgeht. Ihrer Meinung nach habe das Wort für viele Menschen heute unterschiedliche Bedeutungen bekommen. Sie findet, Feminismus werde oft sehr einseitig dargestellt, manchmal sogar als aggressiv oder männerfeindlich.

Für die Mutter von zwei Kindern zeigt sich echte Unterstützung für Frauen nicht nur in Online-Debatten. Viel wichtiger sei für sie, wie man lebt, was man vorlebt und was man tatsächlich für andere Frauen bewirkt.
Damit stellte Sarah klar: Sie lehnt Gleichberechtigung nicht ab. Sie möchte nur nicht auf ein Wort reduziert werden, das in der öffentlichen Diskussion oft sehr unterschiedlich verstanden wird. Gleichzeitig zeigte ihre Reaktion, wie schnell ein einzelner Satz heute eine große Debatte auslösen kann.