Im Rahmen eines aktuellen Gerichtsverfahrens um eine frühere Mitarbeiterin von Michael Schumacher wurden erstmals detaillierte Einblicke in den medizinischen Alltag rund um den Formel-1-Champion bekannt. Die 30-jährige ehemalige Pflegekraft des Hauses der Familie Schumacher berichtete vor Gericht über die extrem belastenden Bedingungen, unter denen sie täglich arbeitete.
Die Frau, die zuvor mit dem ehemaligen australischen Rennfahrer Joey Mousson liiert war, trat vor Gericht wegen angeblicher sexueller Übergriffe auf die Ex-Pflegekraft auf. Mousson bestreitet die Vorwürfe und gibt an, der Kontakt sei einvernehmlich gewesen. Dennoch zeichnen die Gerichtsunterlagen ein Bild eines hochanspruchsvollen Umfeldes: Die Pflegerin war für die rund um die Uhr Betreuung des schwer verletzten Piloten verantwortlich, was sowohl körperlich als auch emotional immense Anforderungen stellte.
Der Anwalt der Frau erklärte, dass die Mitarbeiter des Hauses Schweigepflichten unterlagen, die den Druck zusätzlich erhöhten. „Die Arbeit war weder gewöhnlich noch einfach. Sie wurde mit den schwierigsten Aufgaben betraut, und alles, was sie tat, erledigte sie perfekt“, betonte der Anwalt. Trotz ihrer Hingabe wurde die Frau im Oktober 2020 überraschend entlassen – ein „doppelter Schlag“ nach den traumatischen Erlebnissen, wie er erklärte.
Die Zeugenaussagen und Beweise zeigen, dass die Frau in der Nacht des 23. November 2019 nach einer langen Schicht erschöpft war und gesundheitliche Probleme hatte. Später sei sie verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, wo umfassende Untersuchungen vorgenommen wurden. Der Prozess offenbarte auch private Nachrichten, in denen Mousson sich entschuldigte und seine damalige Lage erklärte, gleichzeitig wurde deutlich, wie stark die Mitarbeiter unter der intensiven Betreuung Schumachers litten.
Die Gerichtsunterlagen werfen ein seltenes Licht auf das Umfeld eines Weltmeisters und verdeutlichen die psychische und physische Belastung, der das Personal ausgesetzt war. Eine endgültige Entscheidung des Gerichts wird am Freitag erwartet.